Breath of the Wild



Es war einmal eine Welt
Vampirchen Malon macht es spannend

Autor: Vampirchen Malon


Teil 1: Ein verschneites Dorf

Malon blickte sich um und wusste im ersten Augenblick nicht, wo sie war. Die Luft roch nach Schnee, doch seltsamerweise war ihr nicht kalt. Ein leichtes Knarren der Dielenbretter zeigte ihr an, dass jemand den kleinen, im Augenblick dunklen Raum betreten hatte, und als sie sich auf dem Bett, auf dem sie lag, aufrichtete, erkannte Malon die Frau, das hereingekommen war.

"Aufgewacht?", fragte die Fremde in einem freundlichen und auch eindeutig besorgtem Tonfall. "Ja", erwiderte Malon langsam, "ich denke schon, dass alles in Ordnung ist." Aber es war eben nicht alles in Ordnung. Sie erinnerte sich nicht, was, und das hätte nicht sein dürfen. Malon erinnerte sich daran, mit ihrer Stute Sturmwind einen Ausritt zum Fuß des Todesberges gemacht zu haben, aber alles, was danach geschehen war, waren nur noch verschwommene Bilder, die sie keinen bestimmten Ereignissen zuordnen konnte.

"Sturmwind!", rief sie dann plötzlich, doch die fremde Frau machte eine beruhigende Geste. "Deinem Pferd geht es gut. Hier an der Hütte ist ein Stall, weißt du, ich habe es dorthin gebracht." Malon wollte fragen, was geschehen war, doch die Fremde kam ihr zuvor, indem sie ihr einen Teller mit Suppe vor die Nase stellte und sagte: "Du hast doch bestimmt Hunger! Du warst eine ganze Weile bewusstlos." Malon bedankte sich und begann, die Suppe mit einiger Vorsicht, da sie noch heiß war, zu essen.

"Wie heißt du eigentlich?", fragte sie ihre "Wohltäterin" zwischen zwei Löffeln. "Impa", war die Antwort.

Impa ... das war ein seltsamer Name, fand Malon, wie man ihn vielleicht in fremden, unbekannten Ländern gebrauchen mochte, aber doch nicht in Hyrule! Sie sah sich erneut um, nun, da Impa hereingekommen war und die altertümlichen Fensterläden geöffnet hatte, konnte sie ihre Umgebung viel besser erkennen als bisher. Der Raum, in dem sie sich befand, schien der einzige in der ganzen Hütte zu sein, die ohne Probleme in eine winterliche Schneelandschaft gepasst hätte. Nur, dass auf dem Todesberg selbst im Winter kein Schnee lag.

Sie war mit Sturmwind zum Fuß der Berge geritten, denn es gab selten einen so sommerlichen und schönen Tag, selbst in der Nähe der Lon-Lon Farm, und das sollte schon einiges heißen. Aber wie, um aller drei Göttinnen willen kam sie dann in diese verschneite Landschaft? Solche schnellen Wetterumschwünge gab es doch nicht einmal am Hyliasee!

"Wie komme ich hierher? Was ist geschehen, und wo bin ich überhaupt?" Mit einem mal sprudelten die Fragen nur so aus ihr heraus; sie war sich bewusst, wie unhöflich das war, konnte aber nichts dagegen unternehmen.

"Ich fürchte, ich kann nur die Hälfte deiner Fragen beantworten", meinte Impa mit echtem Bedauern in der Stimme, sprach dann aber weiter: "Ich habe dich und dein Pferd - du sagtest, sie hieße Sturmwind? - im Schnee gefunden. Du warst bewusstlos und hast bis gerade eben geschlafen. Also etwa zwei Tage."

Das erklärte Malon zumindest, warum sie so hungrig war und die Suppe mit Heißhunger verschlang, obwohl sie sich eigentlich recht wenig aus Suppen machte.

"Du bist in den Ewig Weißen Bergen", erklärte Impa weiter. Das kam Malon nun doch sehr seltsam vor - sie hatte noch nie etwas von diesen bergen gehört und war sich sicher, dass es in ganz Hyrule kein Gebirge dieses Namens gab. Und doch war sie sicher, dass Impa sie nicht anlog. "Es verirren sich ja selten Menschen hierher, das Dorf versorgt sich praktisch selbst mit allem, was man so zum Leben braucht. Ich zum Beispiel bin die Kräuterkundige des Dorfes. Ich bin nicht so gut, wie Marika war, aber ich tue mein bestes. Und dir geht es auch schon wieder gut, nicht wahr?" "Ja", gestand Malon und stellte den inzwischen leeren Teller beiseite. "Ich darf doch rausgehen, oder?" "Sicher."

Sie stand also auf und trat vor die Hütte. Nach allem, was Impa erzählt hatte, hätte sie eigentlich erwarten können, so etwas zu sehen, und dennoch war sie überrascht. Vor ihr lag ein kleines, verschneites Dorf, doch irgendetwas seltsames lag über der gesamten Szene. Dieses Dorf war a l t, auf eine Art und Weise alt, die malon einen Schauer über den Rücken laufen ließ. Der Brunnen, der durchaus so aussah, als ob er noch benutzt würde, die altertümliche Gaststube, der Marktplatz, auf dem auch jetzt einige Frauen miteinander sprachen und handelten (und vermutlich den neuesten Klatsch austauschten - über die lieben Nachbarn lässt es sich ja sooo gut herziehen...), und auch der unverkennbare Geruch einer Gerberei.

"S-s-s-ag mal", stammelte Malon, von dem normalen und doch so unheimlichen Anblick wie gelähmt." S-s-ind wir eigentlich Weit von Hyrule entfernt?" Impa sah sie eine Weile fragend an, und antwortete dann: "Weiter noch, als du dir vorstellen kannst. Doch es ist nicht an der Zeit für dich, das zu erfahren, kleine Malon."

Malon wusste, dass Impa sie nicht auf den Arm nehmen wollte, und sei es nur, dass ihre Augen einen Ernst ausstrahlten, der klarmachte, dass dies kein schlechter Scherz war. Sie merkte, wie ihre Knie anfingen, zu zittern, und schwankte ins haus zurück. "I-i-ch glaub', ich muss mich mal hinlegen", murmelte sie noch, ließ sich aufs Bett fallen und war Augenblicke später eingeschlafen.

***


Als Malon wieder erwachte, war es tiefste Nacht. Sie hatte das Gefühl, von diesem Ort verschwinden zu müssen, so einladend und freundlich er auch zu sein schien, und so schlich sie sich in den Stall neben der Hütte, wo sie Sturmwind fand. Die Stute wieherte leise zur Begrüßung, als Malon näher trat. "Pssst!", machte sie, "Still!" So leise wie möglich führte sie das Pferd nach draußen und ging auf den Ausgang des Dorfes zu. Man hatte Sturmwind in den zwei Tagen offensichtlich gut behandelt, doch sie wusste nicht, wo ihr Sattel und das Zaumzeug waren, und hatte keine Zeit, danach zu suchen. So stieg sie eben ohne Sattel auf Sturmwinds Rücken, wie sie es manchmal tat, als sie den Dorfausgang erreicht hatten. Der Weg war eben und vom Mond beschienen, so dass sie keine Angst haben musste, Sturmwind könne ins Stolpern geraten.

Es dauerte nicht lange, bis sie einen kleinen See erreichten. Malon stieg ab und ließ Sturmwind trinken, sie selbst beobachtete die Sterne, die sich im Wasser spiegelten, und ihr eigenes Spiegelbild. Das Spiegelbild lächelte. Das war etwas, das Malon erschreckte, denn sie lächelte nicht! "Was geht hier nur vor?", fragte sie sich selbst, und Sturmwind, als könne ihre Stute ihr eine Antwort geben.

"Du bist ausgewählt. Link ist tot, nach ihm..." Hätte Malon es nicht besser gewusst, hätte sie behauptet, es sei ihr eigenes Spiegelbild, das zu ihr sprach. Aber wusste sie es denn besser? "Was soll das heißen? Was hat das alles zu bedeuten?", fiel sie ihrem Abbild ins Wort.

Doch ihr Spiegelbild lächelte nur geheimnisvoll.


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