Breath of the Wild



Die Abenteuer des Link
Die Geschichte handelt parallel zu Ocarina of Time. Zeldafans und Kenner werden feststellen, dass manche Sachen gleich handeln, und andere gravierend verkehrt sind.

Autor: Knut


DREI HEILIGE STEINE

Vor Beginn der Zeit...

... noch bevor Leben den Planeten besiedelte und die Welt ihre jetzige Form besass, stiegen drei Göttinnen auf ein Land namens Hyrule herab. Es waren Din, die Göttin der Kraft, Nayru, die Göttin der Weisheit und Farore, die Göttin des Mutes.

Din breitete ihre flammenden Arme aus, vereinigte die Urkräfte allen Seins und Erschuf die Welt in ihrer Form. Danach ergoss Nayru ihre Seele Über den Planeten, um der Welt Weisheit und die Gesetze des Geistes zu offenbaren. Farore hauchte dem Planeten schliesslich den Odem des Lebens ein und erschuf alle Existenzen dieser Welt, welche die Gesetze wahren sollten.

Nach vollendeter Schöpfung Fuhren die drei Göttinnen Gen Himmel und hinterliessen das heilige Triforce. Seit jener Zeit gilt das Triforce als Symbol der göttlichen Vorsehung. Der Ort, an dem das Triforce ruht, ist das heilige Land.

Demjenigen, dem es gelingt, in den Besitz des Triforce zu gelangen, wird eine unvorstellbare Macht zuteil. Eine Macht, die es ermöglicht, die grössten und kühnsten, aber auch die bösartigsten und habgierigsten Wünsche wahr werden zu lassen.


Ein fast ganz normaler Morgen

Die Sonne war gerade dabei, ihre Augen über den Horizont zu werfen, als sie auch die ersten Baumwipfel beleuchtete. Es war ein abgelegenes Dorf inmitten eines grossen Waldes, der Kokiri genannt wurde. Die ersten Sonnenstrahlen trafen auch auf das Haus unseres Helden. Sein Haus ähnelte eigentlich kaum einem Haus, wie man sich es vorstellte. Ein Baumstumpf, mit einer beachtlichen Grösse von über zehn Metern, war das, wo unser Held hauste. Einige Fenster, die jedoch ganz und gar nicht regelmässig verteilt waren, schmückten das Haus und sorgten dafür, dass es nicht schön aussah. Ein Balkon, auf dem die Eingangstüre stand, war auf halber Höhe angebracht worden. Die Tür hatte ungefähr die Grösse eines Gnomen und war mit pilzfarbenen Vorhängen bestückt. Eine Leiter führte zum grasbedeckten Boden und ein Geländer aus dehnbarem Manschem-Holz sorgte dafür, dass man sich schon blöd anstellen musste, um darüber hinauszufallen.

Plötzlich durchfuhr ein eigenartiges Geräusch die Stille des Morgens: "Uuuuuääh!" Dies war das Morgengähnen des 13 jährigen Link, dem Helden der Geschichte. Er setzte sich auf und schlug den Kopf an einem der vielen vorstehenden Balken an, die während der Bauarbeiten vergessen wurden: "Aua!", schrie er, "immer das gleiche jeden Morgen! Langsam fängt es an zu Nerven, ich werde mal Mido fragen, ob er was tun kann."

Er stand auf. Jetzt konnte man sehen, dass er kaum grösser war als 1.50 und einen blonden Haarschopf auf dem Kopf hatte, den man aber unter seiner Zipfelmütze, die er trug, nicht erkannte. Sein Pyjama, den er anhatte, war auf dem Rücken mit einem grossen Teddybärenkopf versehen. Er hatte hellblaue Augen und ebenfalls blonde Augenbrauen. Er besass spitze Ohren, was in seiner Heimat ganz üblich war.

Link lief in Morgenstimmung zu den Fenstern und öffnete das Fenster, welches ihm am nächsten und auf Kopfhöhe lag. Das erste was es ihm um den Kopf wehte, war ein eiskalter, erfrischender Windhauch, erfüllt mit dem Geruch eines Gemischs aus dem würzigen Tannenduft, und einem Schuss Zimt. "Zimt", fragte er sich: "Seit wann züchtet Mido Zimtbaume? Wie auch immer, es ist an der Zeit zu Frühstücken. Mal sehen, was der Morgenbaum Heute so für Leckereien für mich bereithält."

Voller Motivation wandelte er hinüber zum Morgenbaum. Er war ein klein gebauter Baum und hatte einen Türgriff am Bauch. Er besass noch grüne Blätter auf seinem Haupt und eine spitze Nase. Im Kokiri wurde er als Kühlschrank gebraucht. Er schlief immer die ganze Zeit, ausser wenn man ihn brauchte, und zur Zeit schlief er. Link kriegte die Tür (des Morgenbaums Bauch) nicht sofort auf. Er zerrte so lange und immer fester daran, bis der Morgenbaum schliesslich seine gekühlten Augen öffnete.

"Ich kann dir nichts geben Link!", brummte der Baum und liess erst mal einen kräftigen Gähner los. "Strikte Anweisung von Mido"
"Waaas!", entgegnete Link, "Mido! Aber er ist doch mein Freund!"
"Mido hat gesagt, es sei nur zu deinem Besten."
"Zu meinem Besten?!"
"Ja!" Man sah regelrecht die eiskalte Wut in Links Augen aufsteigen. Er fragte weiter: "Und? Hat er noch mehr erzählt?"
"Nein.", antwortete der Baum.
"Wirklich nicht?"
"N-Nein!"
"O.K.", sagte Link spöttisch.

Er ging in den Keller, wobei er eine ohnehin schon Morsche Tür aufbrach. Er ging ein paar Schritte die Marmortreppe nach unten und kam gleich wieder hinauf, denn er hatte etwas vergessen. Er lief zur Theke und nahm einen seltsam geformten, eisernen Gegenstand zur Hand. Auf dem Weg zur Tür stolperte er fast über die Tür, welche er aufgebrochen hatte. Er regte sich auf und entschied sich die Tür nachher aufzusammeln und zu verstauen. Link lief also hinunter.

Bald kam eine Abzweigung, bei der Link die Rechte nahm. Weiter vorne traf er auf drei Türen die jetzt, im Gegensatz zu der anderen Tür, sehr gut erhalten waren. Link öffnete die mittlere mit dem kleinen Schlüssel, den er zuvor von der Theke genommen hatte. Als die Tür auf war, musste er schnell handeln. Der Trockenkeller wurde zwar vom Saugerbaum gefiltert, dennoch kann er grosse Mengen an Feuchtigkeit nicht einfach auf die leichte Schulter nehmen.

Link sprintete zwischen den Bambusregalen hindurch, bis hin zum Feuerholz. Er brach ein Stück eines grossen Brockens ab, nahm beim zurückrennen gleich noch ein Stück Baumwolle und den Feuerstock mit. Er ging hinaus, schloss die Tür hinter sich ab, rannte die Treppe hinauf und... stolperte über die immer noch am Boden liegende, morsche Tür! Er liess alles fallen und fing den Sturz nicht auf! Link flog genau auf seine Nase, wobei der Baum ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte. Dies machte Link erst richtig wütend, er sammelte alles ein und legte als erstes das Stück Feuerholz auf den Boden, dann stopfte er die Wolle in einen kleinen Spalt. Link nahm den Feuerstock und drehte ihn sehr schnell, während er den Stock an die Wolle hielt. Schnell fing das Holz an zu brennen.

"Na warte!", sprang es aus Links Munde. Er nahm das brennende Holz und hielt es dem Morgenbaum unter die Nase: "Jetzt mach sofort die Tür auf, sonst..!"
Der Baum gab nach: "O.K., O.K., ich mach ja schon auf.", und schloss die Tür auf. Link drückte voller Vorfreude die Kline runter, doch der Kühlbauch war leer.
"Haha!", lachte der Baum, "Mido dachte schon, dass du mich zwingen würdest, die Tür zu öffnen!"
Link krachte die Tür zu: "So ist das also.., na dann muss es sehr wichtig sein, dass ich nichts esse. Moment mal! Irgend etwas stinkt hier, oder nicht?"

Hinter ihm stieg Rauch auf. Link hatte das brennende Feuerholz ganz vergessen, und nun brannte sein Teppich. Er alarmierte sofort den Wasserbaum, welcher nicht sofort aufwachte. So konnte sich das Feuer ohne Schwierigkeiten einfach ausbreiten, na ja, zumindest bis der Wasserbaum den Rauch, den das Feuer erzeugte, unter die Nase bekam. Er öffnete sofort seine hervorquellenden, kleinen Augen, holte tief Wasser und prustete los! Eine gigantisch Kleine Wassermenge durchflutete das Haus. Link glotzte aus allen (aus beiden) Augen! Jetzt viel es ihm wieder ein, er sollte doch den Wasserbaum regelmässig giessen. Immer einmal morgens, 10 Wurzises-Wasser, und einmal abends, 5 Wurzises-Wasser, welches er wiedereinmal nicht gemacht hatte. Doch jetzt war höchste Eile geboten! Er nahm einen Holzeimer hinten in der Ecke, sprang über das Feuer (wobei es ihm den rechten Socken ansengte), rannte zur Tür und verliess das Haus.

Draussen sprintete er zur linken Seite der Terrasse, und fand die Leiter nicht. "Mmmmmhh!", brummte Link. Er hatte nämlich die Leiter auf die rechte Seite verlegen lassen, weil gleich unter der Treppe immer eine Pfütze lag. Jetzt war er aus Gewohnheit auf die linke Seite gerannt. Er stolperte über das kleine Geländer, das Geländer bog sich und Link fiel hinunter. Einfach nicht ganz hinunter, er konnte sich nämlich gerade noch am Geländer halten. Da aber das Geländer aus Manschem-Holz war, bog und dehnte es sich so fest, dass Link fast den Boden mit den Füssen berührte. "Ein Glück", dachte Link, "dass unten eine Pfütze ist." Er liess los. Link landete voll in der Pfütze, seine Finken, welche nicht Wasserdicht waren, wie so manche Finken, sogen sich mit Wasser voll.

Mit nassen, pflotschigen Schritten, versuchte Link sich aus der Pfütze zu befreien. Die Pfütze war grösser als er dachte, jedenfalls schien es ihm so, er war von dem Sturz noch so benommen und verwirrt, dass er im Kreis herum lief. Link merkte es erst, als er von einem herunterfallenden, brennenden Holzkeil fast getroffen wurde. Er war verwirrt, es war so, als ob er ein paar Sekunden Geistesabwesend war und seine fünf Sinne überall hatte, nur nicht da, wo er sie haben sollte.

Doch jetzt schien es wieder zu Arbeiten, er riss sich zusammen und stapfte aus der Pfütze. Draussen zog er seine schlammigen, durchnässten Finken aus, rannte zur Leiter hinüber und stieg daran hoch. Link rannte ins Haus, dann war es still, man hörte nur noch das Blätterrauschen der Waldumgebung und das holzzerstörende Knistern des Feuers. Doch schon nach ein paar Sekunden stolperte Link wieder heraus und stieg die 2-3 Meter hohe Leiter hinunter. Jedoch sprang er schon nach einem halben Meter hinunter! Er merkte, dass er ein wenig zu früh gesprungen war, da Link sich den rechten Fuss verstauchte! Trotzdem versuchte er sich zu heben und die kurze Strecke zum Brunnen zu laufen. Dies gelang ihm auch, leider erst nach sehr langer Zeit, und dann, als er noch bemerkte, dass der Holzeimer für das Wasser, irgendwo in der Pfütze herumlag, fiel er in den Brunnen, oder besser gesagt: Link liess sich extra in den Brunnen fallen, denn er hatte eine Idee!

Er tauchte im Brunnen so unter, dass nichts mehr herausragte, so dass er überall Nass war. Link stieg mit grösster Mühe heraus und humpelte in Richtung Leiter. Er stieg ganz langsam hinauf, es war sehr schwer für ihn, da er den rechten Fuss kaum gebrauchen konnte und deshalb hüpfen musste , dazu kam noch, dass er von oben bis unten durchnässt war. Er hatte immer noch sein Pyjama an, dadurch, dass es aus fein durchstrebender Taun-Wolle hergestellt war, hatte er etwa fünf Liter Wasser bei sich. Genau dies war seine Absicht, er hopste weiter nach oben, bis er schlussendlich das Ende erreichte. Er eilte und zog den Oberteil des Pyjamas aus, der Wasserbaum blickte kurz auf, sah Link langäugig an und begann zu grinsen, es sah so aus als ob er ihn auslachen würde, doch Link kümmerte sich nicht darum, er schwang sein Pyjama um sich, dass es nur so spritzte, dann, als das Wasser ausgepresst war, öffnete er die Augen. Er glaubte nicht, was er da sah!

Es war alles Ausgelöscht, oder besser gesagt: Ausgemodert! Seine Teppiche, Vorhänge und Möbelstücke, die durch die undichte Decke des Unterschlupfs, jedes mal wenn es regnete, benässt, und danach nicht ausgelüftet wurden, waren so verfault, dass sie das Feuer zum ersticken brachten. Ein paar Sekunden später fiel Link in Ohnmacht.

Er kam erst wieder zu sich, als ihm der Wasserbaum das Wasser ins Gesicht schlug, welches er vorher aus dem herumschleudernden Pyjama gesaugt hatte. Link schoss hoch, erst jetzt wurde ihm klar, welcher Tag Heute war: "Der 23. August,..!", er stand auf und rannte über dem vermoderten Teppich hinweg, ins Badezimmer. Er wusch sich und glättete kurz sein neues Pyjama, das er kürzlich erhalten hatte. Er kämmte sich mit einem Holzkamm und zog seine Kapuze über. Er humpelte durch das immer noch Rauch- und Dampfvolle Wohnzimmer und zur Tür hinaus. Er lief zur Leiter und stieg sie, diesmal aber konzentrierter und langsamer als vorher, hinunter, dabei bemerkte er auch wieder den Zimtduft, der da schon die ganze Zeit in der Luft rumschwebte. Link liebt Zimt, und jetzt war ihm auch klar geworden, warum dieser Duft in der Luft lag.


Eine überraschende Überraschung

Unten angekommen, raste Link über den flachen, leicht aufsteigenden, grasbedeckten Untergrund, und er fiel! Wie aus dem Nichts, tauchte plötzlich ein ganz harmloser Stein auf. Er wütete so vor sich hin, während er sich wieder aufrappelte: "Immer an diesem Tag müssen immer mir, die schrecklichsten Missgeschicke passieren!" Nun hatte er es geschafft, er hatte alle seine Kleider total verdreckt.

"Ist doch egal,...", dachte er vor sich hin, während er wieder Tempo auflegte: "... heute ist sowieso der eine Tag im Jahr, an dem ich so viel Pech habe, die anderen werden das schon verstehen." Er war am Ende der Mulde angelangt, als er bemerkte, dass sein Fuss, also der grosse Zeh, blutete. Doch er kümmerte sich nicht darum.

Link humpelte mit dem immer noch schmerzvollen Bein auf die linke Seite, dem Weg entlang. Er kam an einer weiteren Mulde vorbei, in deren Ende ein frisch eingesägter Baum stand. Die Rinde war noch nicht mal abgenommen worden, da dies bei diesem Haus noch nicht nötig zu sein schien. Der Baum war so um die acht Meter hoch. Er war innen hohl und hatte beschmückte Fenster aus Glas. Der Baum war oben abgehackt und hatte noch vereinzelte Zweige mit Blättern dran. An der Tür lag ein Balkon, da man sonst fallen würde, sobald man das Haus verlassen wollte, vom Balkon führte eine Leiter nach unten, schön geschliffen, nicht so, wie bei seinem Unterschlupf, bei dem man sich bei jedem Abstand zwei Spriessen einholte.

Link humpelte weiter und kam zu einer Brücke, welche aus kleinen Holzstreifen gebaut wurde und über den Pfad führte. Darauf sass ein junges Mädchen. Es hatte grüne Haare und ebenfalls Spitze Ohren. Ihre smaragdgrünen Augen sahen Link funkelnd an. Ihr grünes Kleid, welches unten in einem Rock endete, passte zu ihrer Ausstrahlung.

"Hallo Link!", rief sie mit einem Herzerwärmendem Ton in der Stimme, mit dem man sämtliche Sorgen hätte vergessen können.
"Oh, guten Morgen Cilja!", schmolz Link dahin:, "Wie geht's dir denn?"
"Oh, oh, oh.", bedauerte sie Link, "Hast du heute wieder diesen einen Tag im Jahr?"
"Ja, leider, aber er hat ja auch seine guten Seiten!"
"Du hast ja Recht, Link, tut mir trotzdem Leid für dich. Also bis bald Link, und viel, viel Glück von mir!!", wünschte Cilja zum Abschied und lief weiter. Link schaute ihr noch ein paar Sekunden nach und lief dann selbst weiter. "Na bitte.", dachte Link: "Cilja hat ja verstanden, dass ich so heruntergekommen bin!"

Verschmerzt und vergnügt zugleich setzte er seinen Weg fort, bis er an ein Bächlein gelangte. Eine Brücke stand ganz am Übergangsort von Teich und Bächlein, sie war, genauso wie die andere Brücke, aus Holzstreifen gemacht. Sie machte einen grossen Bogen über das Bächlein, Link überquerte sie und humpelte auf die andere Seite des Teichs, wo er leichter betretbar ist. Es geht da nämlich nicht so steil ins Wasser, wie an den anderen Stellen, an denen es Bolzengerade ins Wasser geht. Er ging langsam ins Wasser, eigentlich wollte er nur seine Füsse kurz waschen, da aber genau da, wo er hinstand, eine kleine Einbuchtung lag, fiel Link ganz ins Wasser!

Völlig durchnässt schwamm Link an der Oberfläche in Richtung Mitte, dies war aber nicht so schlimm, da der Teich kaum 1 Meter tief war. Leider zog in die leichte Strömung in Richtung Bächleinabgang, so, dass es ihn über die Schwelle riss und das Bächlein hinunterzog. Link schwamm unter der Brücke hindurch, während das steinige und kantige Bächlein alle, bisher noch unverletzten Gelenke, aufschürfte! So riss es ihn immer weiter nach unten, bis er schlussendlich in den anderen, etwas grösseren Teich plumpste! Er war auch um einiges tiefer als der andere. Zum guten Glück wurde er an eine der kleinen Inseln geschwemmt und konnte sich daran festhalten! Link zog sich mit letzter Kraft an der Insel hoch und blieb dann auf ihr liegen. Seine Kräfte waren völlig aufgebraucht und er blutete überall.
"Ich muss weiter!", forderte er sich auf, "Ich muss es schaffen, schliesslich sollte ich schon lange auf dem grossen Platz sein!"

Link stand langsam auf und richtete sich voller schmerzen Gerade. Er schleifte sich zum einen Ende der Insel, machte sich bereit und rannte hinkend los! Er sprang, als er an der steilen Kante der Insel war, und wollte die Nächste der drei Inseln treffen. Dies gelang ihm ja auch ganz knapp, obwohl er handicapiert war, und trotzdem rollte er auf der anderen Seite der Insel, auf die er gerade gesprungen war, ins Wasser! Link dachte schon, jetzt sei es aus, da er sich kaum noch bewegen konnte, doch der Teich war an dieser Stelle nicht mehr so tief, er erwies sich als genug hoch, dass Link den Kopf aus dem Wasser ragte. Er watete nun dem Ufer entgegen, es ging bedeutend länger, als Link es sich im entferntesten hätte vorstellen lassen. Als ihm das Wasser nur noch bis zu den Knien ragte, nahm er sich vor, sich ein bisschen zu beeilen. Während nur sehr wenig Zeit verfloss, befand er sich schon vor der Weide, auf der Mais angepflanzt wurde.

Link hatte Mais ebenso gerne wie Zimt, aber natürlich nur dann, wenn Cilja ihn zubereitete. Der Mais war zum Ernten bereit, aber dies nahm Link kaum wahr, denn er humpelte einfach daran vorbei. Dabei sah er eine riesige Rauchwolke auf seiner rechten Seite, Link erschrak fürchterlich und hopste in die Richtung, aus welcher der Rauch kam. Als er um die Ecke der übergrossen Rottanne, die ihm sehr bekannt vorkam, entdeckte er, dass sein Haus noch immer aufgewärmt und daher riesige Dunstschwaden von sich gab. Link hatte nun die Qual der Wahl, sollte er dahin gehen, wohin er bisher eigentlich wollte, oder sollte er sein Haus noch ausräumen. Nach kurzem Nachdenken, beschloss er dahin zu gehen, wo er hinwollte, denn wenn überhaupt noch etwas zu retten war, würde es jetzt bestimmt nicht mehr kaputtgehen.

Link wandte sich wieder an den Weg und eilte weiter. Plötzlich riss es seinen Blick noch einmal zurück, denn er hörte ein Krachen. Er musste sich ansehen, wie sein Haus in sich zusammen klappte. Nach ein paar Sekunden war alles am Boden, bis auf eine kleine steinerne Höhle, die offenbar aus dem Boden ragte. "Der marmorne Einstieg zum Trockenkeller.", dachte Link: "Wenigstens etwas, dass nicht kaputt gegangen ist." Link kehrte dem Haus den Rücken und stolperte, in der bereits vorher schon angesteuerten Richtung, weiter.

Ein paar hundert Meter weiter, erblickte er ein grosses Zelt, welches sonst nur an grossen Anlässen aufgestellt wird, wie zum Beispiel an Feiertagen und Umzügen, oder einfach an aussergewöhnlichen Momenten. Er wurde vom Zelt derart Motiviert, dass er sein Tempo noch einmal um einiges beschleunigte. Ein leiser Lärm war zu hören, es schien vom Zelt zu kommen. Es klang wie ein Tuscheln, wie eine Verschwörung.

Sobald er sich auf 15 Schritt genähert hatte, verklang alles blitzschnell und es herrschte lautlose Stille, sogar die sonst immer aktiven Grillen waren leise und auch sonst schien alles darauf zu warten, dass endlich etwas passierte. Link erschien es nicht geheuer, richtig unheimlich. Dies war sehr eigenartig, denn sonst, wenn er in diese Gegend kam und allein war, verspürte er sogar ein kleines Glücksgefühl. Trotz des schnellen Tempos, welches Link besass, schien es ihm wie eine ewige Ewigkeit, bis er endlich am Zelt angelangt war. Die Girlanden des Zeltes waren geschmückt mit vielen unterschiedlichen grell blühenden Blumen. Die Ockerfarbenen Blüten, welche den absolut besänftigten Geruch von Zimt ausströmten, fielen ihm besonders in Augen und Nase. Link lief einmal ums ganze Zelt, und manchmal glaubte er, etwas aus dem innern des Zeltes zu hören. Leider hat, zufälligerweise, genau an diesem Ort, an dem er ins Innere des Zeltes horchen wollte, ein Nagel seinen Platz gefunden.

Ein Metallschlag eines Nagels, welcher mit der vollen Fläche genau in die Kopfmitte trifft, ist schon ein wenig betäubend. Ihm wurde einen kurzen Moment ganz schwarz vor Augen, aber gerade noch solange, dass er genug weit nach hinten stolpern und damit den kleinen Felsvorsprung erreichen konnte. Dies musste natürlich ausgenutzt werden, solange Link noch verwirrt war, er stürzte in die Tiefe.

2 Meter, um genau zu sein. Der Boden, der unten auf ihn wartete, schien sich auch angepasst zu haben, er bestand nämlich aus trockener, steinharter Erde, und wie der Zufall es wollte, landete er genau auf dem Rücken, und er rollte noch ein Stückchen weiter, genau in einen kleinen Stein, der mit der Spitze auf Link gerichtet, da lag, um dem ganzen Traum, ein Ende zu machen. Link konnte gerade noch mitansehen, wie wie die Steinspitze in seinem Körper verschwand, bevor er dann den gewohnten Blick an die Decke seines Hauses, über seinem Bett, betätigte.

Herzlich Willkommen

Jetzt musste Mido nur noch die anderen Bewohner informieren und sie herholen. Als erstes ging er hinab zum Bach und dann lief er ihm entlang, bis zur Gabelung, wo sich zwei kleine Bächlein vereinigten. Dann nahm er den Weg hinauf zum grossen Haus, welches an der Spitze des Dorfes lag. Da wohnten die drei Drillinge, die gerade auf dem Felsvorsprung sassen und Hit-Klopf spielten. Sie waren eineiige Drillinge, also sahen auch alle gleich aus, und sie zogen sich auch meistens gleich an.
Ihr dunkelbrauner Haarschopf und der karge Schnitt liessen die drei irgendwie frech aussehen. Die braunen Schuhe und ihre Shorts trugen sie fast täglich, und ihr T-Shirt auch.

"Hallo Zusammen!", begrüsste sie Mido schon aus der Ferne. Dies war die übliche Anrede bei ihnen, weil es zu lange dauern würde, alle ihre Namen aufzusagen. "Was macht ihr denn?"
"Wir spielen gerade Hit-Klopf, willst du auch mithelfen?", fragten sie.
"Nein!", antwortete Mido: "Das heisst, ich würde gerne, aber eigentlich wollte ich euch fragen, ob ihr vielleicht an Links Geburtstagspartie kommen wollt!"
"Link?", fragte Gregor.
"Der hat Heute Geburtstag?", fragte auch Sven, "Wann denn?"
"Heute Nachmittag! Ich und Cilja haben schon fast alles vorbereitet!"
"Was?", fragte Erik, "Cilja ist auch dabei?"
"Ja!", antwortete Mido, "Sie ist gerade am Kekse backen."
"Na dann! Gehen wir?", fragte er die anderen.
"Warum nicht?", meinte Sven, "Wird sicher lustig!" "Also, wir kommen!", bestätigte Gregor.

"Okay!", verabschiedete sich Mido: "Also bis dann!" Mido dachte schon da, dass es vielleicht ein Fehler war, sie einzuladen.
Als nächstes war Jitosch dran, er war quasi der dritte im Bunde von Link und Mido. Er wohnte gleich nebenan und war nur ein Katzensprung Weit entfernt. Also lief Mido weiter den Weg hinauf, über den kleinen Hügel und hinab zum Bachrand, wo Jitosch gerade angelte.
Jitosch hatte wie Mido ebenfalls orange Haare, hatte jedoch immer eine Mütze auf, die wie die eines Zwerges aussah. Er hatte ein wenig zu lange Beine für seinen molligen Oberkörper und seine fetten Arme. Sein Gesicht war oval und auf die Seite gezogen, seine Augen waren dunkelgrün. Er hatte ein Klang-Dial im Ohr und hörte Musik. Als Mido sich näherte fiel ihm auf, dass Jitosch ihn noch gar nicht bemerkt hatte. Dies brachte ihn auf eine Idee.

Er schlich hinter seinem Haus vorbei, um nicht gesehen zu werden. Dann schlich er sich von hinten an Jitosch an. Plötzlich erschrak Mido. Jitosch brüllte auf einmal laut auf und liess alles fallen, ein Fisch hatte angebissen. Er zog und zog immer fester daran, bis der Fisch die Wasseroberfläche erreichte. Von da an konnte sich der Fisch nicht mehr wehren und er liess sich einfach hinausziehen.
"Buuh!!", kreischte Mido. Jitosch liess vor Schreck den soeben geangelten Fisch wieder ins Wasser fallen. Er fiel um und traf den Kessel, der schon voll mit Fischen war und leerte ihn aus. Alle Fische die er geangelt hatte, fielen zurück in das Bächlein und schwammen augenblicklich davon.

"Oooh Nein!", jammerte Jitosch: "Alle Fisch...! Wer war das?" Er nahm sein Klang-Dial aus dem Ohr, drehte sich um und schaute Mido mitten ins Gesicht: "Oh!", bemerkte er erstaunt, "Hallo Mido! Du, was sollte das eigentlich?", fragte er Mido, jetzt schon wieder etwas angenehmer.
"Na ja.", erklärte Mido, "Ich wollte dich eigentlich fragen, ob du an Links Geburtspartie kommst!"
"Was soll den die Frage?", glotzte Jitosch.
"Was, "was soll die Frage"?", fragte Mido doof.
"Na, was denkst du denn, für was ich schon den ganzen Tag Fische fange."
"Ach so!", bemerkte Mido, "Du hast es also schon gewusst!"
"Klar, oder denkst du, ich könnte mir den Geburtstag meines Freundes nicht merken? Aber nun musst du die Anderen noch holen gehen und ich muss wieder fischen, obwohl es eigentlich Sinnlos ist, da du sowieso alle Fische verscheucht hast!", er schaute Mido stechend an.
"Wieso kommst du nicht einfach mit und hilfst mir die Anderen einzuladen?", fragte Mido Jitosch.
"Tut mir Leid, Mido, aber die ganzen Fische sind mir entwischt!"
"Ach so, der Eimer mit den Fischen war für Link."
"Ganz genau, und ich muss mich jetzt wieder dem Fischen widmen. Okay?"

Als sich Mido verabschieden wollte, hatte Jitosch schon wieder sein Klang-Dial im Ohr. Also liess er es bleiben und verschwand wieder.
"Nun zu Opa Sahasrala!", dachte er, denn er durfte bei keiner Party fehlen. Sahasrala war ein alter Mann, der trotz seines hohen Alters noch Power unter den Füssen hatte. Er war auch der Typ Mensch, der jeden, noch so blöden Streich mitmachte und immer die Besten Ideen brachte. Er war Midos Grossvater und einziges, noch lebende Familienmitglied von Mido.
Sein Vater war vor ungefähr zehn Jahren an einem Unfall ums Leben gekommen, und seine Mutter war in den verlorenen Wäldern verschollen. Mido wohnte damals bei Sahasrala.

Er ging weiter den Fluss hinunter, bis zur Brücke, die auf die andere Seite führte. Dann entschied er sich, doch zuerst zu Knut zu gehen, denn sein Haus lag gerade auf dem Weg. Knut war ein Einwanderer aus einem fernen Land, das er selbst noch nie erwähnt hatte. Er war ein sehr stiller Mensch und auch von seiner Art her ein nerviger Bewohner des Waldes. Knut war der einzige im Dorf, der keine spitzen Ohren hatte und deshalb wurde er meist geächtet. Man hörte ihn auch oft einen Kraftschrei von sich geben, man dachte schon damals, dass er auf Irgendetwas hintrainierte. Aber er war Links guter Freund und musste deshalb zu der Party kommen.

Mido ging den Fluss auf der anderen Seite wieder hinauf bis zu Knuts Haus. Er war nicht zu sehen, also ging Mido zur Tür und klopfte an. Niemand öffnete. Mido wollte gerade ein zweites Mal klopfen, da öffnete er doch. Ein breit und stark gebauter Mann mit kurzem Haarschnitt stand vor Mido. Mido schätzte sein Alter so auf 50 Jahre. Knut hatte wie immer ein sehr breites Lachen auf seinem Gesicht und offen wirkende Augen.

"Oh!", rief er erstaunt: "Hallo Mido!"
"Guten Morgen Knut!", entgegnete Mido.
"Bitte komm doch rein.", bat er Mido. Ein Angebot, welches Mido nicht abschlagen konnte, denn bei Knut gab es immer so leckere Kekse, die er selber gemacht hatte. Sein Haus sah von aussen ja ganz normal aus, aber von innen merkte man sofort, dass er ein wenig anders ist als die anderen. Überall hing Firlefanz rum, auch Girlanden und glänzende Sachen. Niemand ausser Link hatte je gewagt, etwas anzufassen, denn es war niemandem geheuer. Link hatte damals einfach gefragt und schon hatte er so ein glänzendes Ding in der Hand, später erzählte er Mido und Jitosch, dass es ganz leicht sei und vor allem sehr scharf, denn er hatte sich geschnitten.

Als Knut nach einiger Zeit immer noch keine Kekse brachte, wurde es Mido zu blöde, er rief:
"Hey Knut, ich wollte dir eigentlich nur sagen, dass Link Heute eine Geburtstagsparty veranstaltet!" Keine Antwort. Mido wartete noch ein Weilchen, bis Knut endlich runterkam. "Oh! Hallo Mido! Was tust du denn hier bei mir?", fragte Knut.
"Also", begann Mido, "Du hast mich doch vorhin hineingebeten"
"Ach ja, genau! Also, was willst du?"
"Gut", begann Mido erneut, "Ich wollte dich fragen, ob du zu...?"
"Möchtest du, dass ich auf...?", versuchte Knut ihm zuvorzukommen, doch da musste er merken, dass er zu früh zuvorkommen wollte, "Erzähl nur weiter!", drängte er Mido.

Mido reagierte etwas gereizt, obwohl man diese Reaktionen bei Knut eigentlich gewohnt sein sollte: "Also noch einmal von Anfang an. Ich wollte dich fragen, ob du Lust hättest, auf Links Ge...?", doch weiter kam Mido auch diesmal nicht, bevor ihn Knut wieder unterbrach. "Du möchtest also, dass ich auf Links geheimen Stützpunkt komme? Pscha! Ich wusste es, Link war schon immer sehr Geheimnisvoll und Abwegig." Knut rühmte sich selbst, und Mido wartete absichtlich noch eine Weile, denn dann ist die Enttäuschung umso grösser.
Als Knut fertig war erklärte Mido ihm erst, dass es sich eigentlich um eine Geburtstagsparty handelte. Daraufhin sah Knut erschrocken aus, aber dieser Ausdruck liess sofort wieder nach.

"Link! Er wird ja schon 14 Jahre alt! Weißt du was das heisst?", fragte er Mido. Mido schüttelte den Kopf.
"Das heisst", fuhr er weiter, "dass ich nun ganze 9 Jahre bei euch bin!" Ihm kamen die Tränen.
"Knut hat Recht!", dachte Mido, "Er ist tatsächlich schon sehr lange bei uns." "Also dann!", verabschiedete sich Mido, "Bis heute Nachmittag!" Mido ging aus dem Haus und atmete auf. In Knuts Haus stank es nämlich ein bisschen.
"Warte!", rief Knut ihm noch nach, "Es ist ja schon Nachmittag!"
"Tatsächlich!", bemerkte Mido voller Schreck, "Hör zu! Du musst alle, die es noch nicht wissen informieren und ihnen sagen, dass sie auch alle anderen informieren sollen. Okay?"

Knut nickte nur und ging wieder rein. Ein paar Sekunden später kam er, dicht bekleidet wieder raus und rannte an Mido vorbei. Daraufhin sah Mido, wie er über den Fluss lief und auf der anderen Seite wieder raufeilte, dann verschwand er in Jitoschs Hütte.
"Was will der da?", fragte sich Mido, doch dann begriff er, dass Knut nicht wissen konnte, wer schon informiert ist. Also ging Mido zu Opa Sahasrala.

Inzwischen war Link wieder aufgestanden und hatte beschlossen, nach draussen zu gehen, natürlich im Versteckten.
"Es wird mich schon keiner sehen.", hatte er gedacht. Nun war er gerade am runterklettern der Leiter auf seinem Balkon. Link sah die ganze Zeit um sich, um zu sehen, ob jemand in der Nähe ist. Sobald er sich sicher war, glitt er leise aus der grasbedeckten Grube. Da war es wieder, das neue Haus, das wahrscheinlich soeben fertig gebaut wurde. Link sah es, wie im Traum, den er vergangene Nacht geträumt hatte.

Nach einigem überlegen, konnte einfach nicht anders, und ging in das Haus. Die Tür war noch nicht gemacht, also ging er durchs Fenster rein, er stutzte. Alles war schon voller Möbel und sämtliche Bilder und Lichtbilder waren hier. Er lief ein wenig umher und fand den Ort, an dem der Eingang sein sollte. Da war ein grosses Tuch am Boden mit der Aufschrift: Herzlich Willkommen!!


Handwerker und Bauarbeiter

Gleich unter der Schrift war ein Photo von Link. Link begriff sofort: "Aha, das Haus ist also für mich, und ich sollte vom Eingang aus hineinkommen. Das erklärt auch, warum alle meine Lichtbilder hier sind. Verdammt! Jetzt weiss ich schon alles, jetzt kann ich mich auf nichts mehr freuen!"

Er sass auf einen Stuhl und blickte auf eines seiner Lichtbilder. Es zeigte ihn, als er noch ziemlich jung war, damals, als Mido und Jitosch mit seinem Vater für Link einen riesigen Kuchen gebacken hatten, und Link gerade voller Genuss reinbiss. Dann schaute er weiter, auf ein anderes Bild, es zeigte auch Link, nur dann, als Mido und Sahasrala seinen Kühlbaum mit Wasser gefüllt hatten und Link gerade unter der ankommenden Wasserlawine stand. Link schmunzelte. Ein weiteres Bild zeigte Cilja. Es war noch nicht einmal so alt, denn sie hatte schon den Ring, den Link mal vor ein paar Jahren gefunden hatte und dann einige Zeit wieder verloren. Erst kürzlich hatte er ihn wieder gefunden und gesäubert. Daraufhin hatte Link den Ring Cilja geschenkt. Sie hatte sich riesig gefreut.

Sein Blick streute sich noch eine Weile auf den verschiedenen Lichtbildern und als er auf das Bild mit dem Baum und den verschiedenen Pflanzen, die er noch nie gesehen hatte, sah, stand er auf und lief hin. Dieses Bild hatte er schon, solange er sich zurückerinnern kann. Eine alte Frau sagte einst, dass er es immer wohl behüten und nicht wegschmeissen soll. Link nahm es ab und schaute darauf. "Komisch!", dachte er: "Nichts auffälliges zu entdecken.". Er starrte noch eine Weile auf das Bild, und dann, plötzlich..., hörte er draussen Stimmen:

"Haha! Na, Jatosch, meinst de, wir kriegen's Heute fertig?" Da antwortete eine andere Stimme:
"Hoho! Naja, wir müssen noch das ganze Treppenhaus bauen, wird wohl noch ein wenig dauern!"
"Haha! Aber Link hat doch Geburtstag, oder nicht?"
"Hoho! Doch, mein Lieber!", antwortete der eine, "Aber er kann doch schon Stolz sein, dass er überhaupt eine solche schöne Hütte bekommt!"

"Also habe ich Recht gehabt, mit der Vermutung, dass das Haus für mich ist.", bemerkte Link. Inzwischen waren die Stimmen bedrohlich nahe beim Haus, als plötzlich eine Axt gegen die Hauswand donnerte.
"Na, Baumar, mache ich das gut so?"
"Na klar Jatosch. Wie ein Fachmann!" Jetzt erkannte Link sie wieder. Es waren Jatosch, Jitoschs Vater, der bei Baumar dem Baumeister eine Lehre als Bauarbeiter machte.

Schliesslich kam Link zu dem Schluss, sich irgendwo verstecken zu müssen. Er kannte das Haus noch nicht, aber die beiden würden noch eine Weile brauchen, bis sie die Tür rausgehauen haben. Also beeilte er sich und rannte durchs ganze Haus, um ein gutes Versteck zu finden. Als die Axt die Wand durchbrach, hatte Link schon das ganze Haus durchsucht, aber nichts gefunden. Da kam ihm die Idee: "Der Dachboden!"

Sofort ging er zum Treppenhaus und versuchte die obere Decke zu erreichen, vergebens. Baumar und Jatosch kamen herein und drehten sich aber sofort wieder um, um die Tür abzurunden. Link hatte schon eine selbstverständliche Pose eingenommen, um nicht für einen Einbrecher gehalten zu werden.

Jatosch sah genau gleich aus wie Jitosch, nur etwas grösser, ausserdem hatte er andere Gesichtszüge. Baumar, der Baumeister sah irgendwie unvollkommen aus und ein wenig stark, und seine modischen Schuhe passten überhaupt nicht zu seinem volkstümlichen Oberteil.

Erleichtert schnaufte er auf, doch noch ist nichts in Sicherheit, er sah die Beiden, beide kehrten ihm den Rücken. Angespannt und Rot werdend vor Panik stand er da in der Ecke und sah die Beiden an! Stille, sie redeten zwar miteinander, aber Link nahm nichts mehr wahr. Als er wieder begann, sich zu entspannen, hörte er sie sagen:

"Komm schon, Baumar, wir gehen die anderen holen, alleine bringen wir es nirgendwo hin." Darauf Baumar:

"Na gut, aber sag dann nicht, ich hätte es alleine sowieso nicht gepackt, okay?"
"Na gut! Gehen wir!" Dann waren sie weg. Link atmete auf:
"So, nun schnell weg!", dann stürmte er aus dem Haus, doch weit kam er nicht, schon nach der nächsten Ecke kam ihm Cilja entgegen. Er machte einen rekordreifen Hechtsprung auf die Seite, wo sich tragischerweise keine Büsche befanden, also rollte er wieder zum neuen Haus zurück und ging hintendran.

Er wollte warten, bis Cilja vorbei war, aber dann fiel ihr ein Kekschen zu Boden. Sie hielt inne, dann stellte sie das Brett mit den vielen Keksen auf den Boden und holte den Keks, der ihr auf den Boden gefallen war. Als sie ihn aufgelesen hatte, nahm sie ihr T-Shirt und wischte es kurz ab, dann legte sie es auf die Spitze des Berges von Keksen.
"Dieses Kekschen nehme ich nicht!", dachte Link.

Jetzt musste er warten, bis Cilja verschwunden war. "Nun aber schnell weg!", kaum hatte er sich gerührt, kam Knut den Berg hinuntergerast. Link ging sofort wieder in Deckung, denn Knut sah sich fragend das Haus an, hinter dem er sich gerade versteckte. Nach ein paar Sekunden rannte Knut plötzlich auf das Haus zu. Link erschrak und ging hinein, um sich dann gleich hinter der Wand zu verstecken. Knut war schon da, als Link sich gerade hinter die Wand setzte. Knut sah einen Moment durch den türlosen Eingang, bevor er dann gleich mit einem Höllentempo wieder verschwand.

Link atmete erneut auf und schaute erst mal nach, ob noch jemand draussen war. Die Luft war rein. Link rannte um sein Leben, denn wenn er nicht rechtzeitig zu Hause war, würden Mido und Cilja merken, dass er abgehauen war. Doch nichts da, denn schon, als er gerade den Weg entlang rannte, kamen ihm ein paar Truppen Handwerker und Bauarbeiter entgegen. Sofort wechselte er wieder die Richtung und rannte zurück zum Haus. Link ging hinein und stolperte über eine Leiter.

"Eine Leiter!", stellte Link überraschend fest. Sofort nahm er die Leiter und stellte sie an die Wand. Er kletterte mit ihr auf den Dachboden. Nun warf er die Leiter wieder hinunter, die dann mit einem ohrenbetäubenden Knall auf den Boden fiel. Link kroch an den Rand, um zu sehen, was unten passierte: Nichts! Erst nach ein paar Minuten kamen ungefähr ein Dutzend Leute hinein. Darunter Jatosch und Baumar. Link konnte sich gerade noch verstecken, als ein Mann die Leiter nahm und hastig nach oben blickte.

Man konnte Holz knarren, hinunterfallende Bretter und Männerstimmen hören. Nach einiger Zeit begannen die Ersten, sich am Treppenhaus zu schaffen zu machen. Sie brachten Holzbretter hin, nagelten einige Stufen aneinander, legten Bretter auf Andere, in diese sie dann wieder Nägel hämmerten. Sie begannen, ein Lied zu Singen:

Ref:
Auf alten Wegen gehen wir zu Fuss,
neben Wäldern und unsrem Fluss.
Wie klar sind die Nächte auf diesen Wegen,
auch bei Wolken und kühlem Regen.

In unsren Wäldern lebt der Deku-Baum,
wir laufen oft auf seinem moos'gen Saum,
denn der Deku-Baum ist unser aller Gott,
er sieht alles und ist unglaublich Gnädig.

Ref:

Der Waldyeti haust in unsren Wäldern,
er ist freundlich und versucht sich zu verbergen.
Er ist sehr alt und unser aller Freund,
er spielt verstecken und auch viel fangen.

Ref: x-Mal

Als sie am Ende angelangt waren, war das Treppenhaus schon fast fertig. Link fand, dass sie immer unglaublich lange Singen, aber diesmal war es ihm wie ein einziger Augenblick vorgekommen. Er sah die Holztreppe von oben und freute sich darüber, mal wieder eine richtige Treppe zu haben, denn seine Alte war ein wenig vergammelt. Nach und nach kamen immer mehr Holzbretter bei ihm oben zum Vorschein.

Plötzlich konnte Link einen Hinterkopf erkennen, dessen Vorderseite gerade die Spanverschiebung beäugte. Der Hinterkopf folgte ihr, bis der Kopf genau da hin sah, wo Link gerade war. Doch er sah Link nicht, denn seine Augen folgten noch immer dem Riss. Link sah den Kopf einmal im Kreis herumdrehen, er sah auch, dass es sich bei dem Kopf um den von Gartel handelte.

Der eher dürre Gartel war ungefähr 1.70 gross und hatte dunkelblonde Haare, dazu ein karges Gesicht mit hell-dunkelgrünen Augen. Bei Gartel war eine solche Augenfarbe möglich, denn er hatte beim linken Auge eine andere Augenfarbe, als beim Rechten. Gartel war der Onkel von Oktel. Oktel wiederum war ein Freund von Link. Oktels Vater war Ladenbesitzer des Lost-Wood-Shops. Es war eine Vorteilhafte Partie, Oktel zu kennen, denn dann spendierte er immer etwas aus seinem Laden. Doch Link ging es eigentlich gar nicht darum, denn er kannte Oktel schon, bevor sein Vater den Laden eröffnete.

"Ja!", schrie er plötzlich, "Hier oben ist alles in Ordnung! Bis auf den riesengrossen Riss im Boden, und den besonders auffälligen Farbklecksen!" Link konnte gar nicht mehr schnaufen als der Kopf wieder verschwand. Tatsächlich, der Boden hatte wirklich einen Riss und einige Farbkleckse. Doch darum ging es jetzt nicht.

Sofort versuchte er ein gutes Versteck zu finden, doch es war weit und breit kein Versteck in Sicht. Da sichtete er ein Fenster. Sofort schoss es ihm durch den Kopf:
"Rausklettern... runterklettern... heimrennen... und warten, bis Mido kommt." Dies hatte er dann auch vor, also rannte er hin und öffnete das Fenster, Link schaute hinaus und sah, dass unten reger Verkehr war. Alle paar Sekunden lief einer unten durch und verschwand gleich wieder.

Dann kam ihm die verrückteste Idee, die er bis dahin jemals hatte. Er sah hinauf, dann wieder hinunter. Sogleich stieg er auf den Fenstersims und krallte sich an der Rinde fest. Dann zog er sich mit der einen Hand nach oben und hakte mit den Füssen ein. Es war nicht weit bis zum Dach, also beeilte er sich nicht besonders und sah immer wieder nach unten. Oben auf dem Dach war es nicht belegt und auch nicht geputzt. Offenbar hatte sich hier oben niemand so richtig Mühe gegeben. Er krabbelte hinter den höchsten Punkt und liess sich dort nieder.

Von da aus konnte er alles sehen, die Leute unten, das Dorf, den Wald,... und Mido.
"Mido?", bemerkte er erschrocken: "Das kann doch nicht sein!" Link sah, wie Mido auf das Haus zulief. Link duckte sich, um nicht entdeckt zu werden. Mido ging ins Haus. Link wagte sich weiter vor und sah nun senkrecht, der Hausmauer entlang nach unten. Nach ein paar Sekunden schaute plötzlich Midos Kopf aus dem Fenster.

Link erschrak so sehr, dass er mit den Händen abrutschte, und sich dann langsam und unaufhaltsam nach vorne bewegte. Er glitt über die Kanten und flog gen Boden. Mido hatte da seinen Kopf schon wieder hineingezogen, als Link an ihm vorbeiflog. Mido sah Link schon gar nicht mehr, denn sein Blickwinkel umfasste das Fenster nicht mehr. Link sah gerade noch, wie ein Handwerker sich ihm in den Weg stellte, bevor er auf ihm landete.
Ein dumpfes Geräusch war das letzte, was der Mann noch wahrnahm. Link wurde Ohnmächtig und rollte noch ein Stück weit, bis er schliesslich liegen blieb.

Er wusste nicht, wie lange er schon geschlafen hatte, aber als er wieder richtig sehen konnte, war niemand mehr da, und auch kein einziges Geräusch drang an sein Ohr. Link richtete sich vorsichtig auf und schaute um die Ecke, offenbar war er hinter dem Haus gelandet. Niemand war in Sicht. Also wagte er sich weiter hervor, auch jetzt war niemand zu sehen. Er ging ins Haus, wo er feststellte, dass die Treppe einwandfrei fertig war. Das hiess, dass er eine Ganze Weile dagelegen haben musste.

Sofort kam ihm in den Sinn, dass Mido ihn abholen wollte. Er musste sich beeilen! Link rannte los, ohne sich umzuschauen, zum Glück war auch niemand in der Nähe. Er ging wieder hinüber auf die andere Seite des Weges, bevor er plötzlich Mido vor sich hatte. Mido war auf dem Weg zu Link. Mido schien ihn nicht gesehen zu haben, also hechtete Link auf die Seite und verbuddelte sich im Gebüsch. Mido lief ganz langsam an Link vorbei, und blieb stehen.

Sofort merkte Link, dass Mido irgendetwas gesehen oder gehört haben muss. Link hatte Recht, denn Mido machte kehrt und nahm etwas aus seiner Tasche. Als Mido das Pulver auf den Boden gestreut hatte, sah Link, dass es Vogelfutter war. Sofort kamen sämtliche Vögel aus der Umgebung herbei, um ja auch ein kleines Stückchen zu erhaschen.

Wenig später war das Futter vollständig aufgefressen. Dann streute Mido noch mal eine winzige Menge auf den Boden. Nach einiger Zeit kam noch ein kleines, abgemagertes Vögelein geflogen. Und Mido freute sich, wie es schien, über das Erscheinen des Vögeleins. Es landete und begann, sich Mido zu nähern, während dieser die Hand ausstreckte. Erst ass das Vögelein das wenige Futter auf dem Boden auf und glitt dann in Midos Hand. Er hob es auf und gab ihm noch mal ein bisschen Futter. Sie waren wohl gut befreundet, fand Link.

"Na, wie geht's dir, Manfred?", fragte Mido das Vögelein. "Ein selten stupider Name für einen Vogel!", dachte Link, "So ein doofer Name kann ja auch nur Mido einfallen!" Das Vögelein antwortete mit heftigem Gepiepse, worauf Mido ein Lächeln einsetzte. "...Was tue ich eigentlich hier", bemerkte Link, "Ich könnte doch schon mal zurück nach Hause." Er versuchte so leise wie nur irgendwie möglich unter dem kratzigen Gebüsch, welches zusätzlich noch einen raschelnden Laubboden hatte, davonzuschleichen.

Er nahm sich den sichersten Weg, den man sich vorstellen kann. Auf direktem Weg durch die Büsche, dort, wo es am meisten Laub hat und auch die meisten Dornen. Doch Link schien dies der schnellste Weg zu sein. Link achtete gar nicht mehr darauf, leise und vorsichtig zu sein. Plötzlich sagte eine Stimme in aller Lautstärke: "Was tust du denn hier?!"


Erste Regel:
Versteck dich

Es war Mido! Er sah direkt auf ein zweites Vögelchen, welches sich ihm langsam und himpend näherte. Es hatte blutergossene Beine und ein rotgelbes Gefieder, Link war sich sicher, dass sein Gefieder eigentlich ganz Gelb sein sollte, und nur durch das Blut so Rot war.

Es piepste leise und fiel um. Sofort legte Mido das unverletzte zur Seite und rannte zum verletzten Vögelchen. "Was ist los mit dir? Wer hat dir das angetan?", fragte Mido verzweifelt.
Ein leises "Pihiip" war das einzige, was das Vögelchen herausbrachte. Link war sich sicher, dass auch Mido es nicht verstehen konnte. Nach einigem Gewinsel von Mido einerseits, und einigen Piepsern des Vögelchens andererseits, verabschiedete es sich von den Lebenden. Link sah von hinten, wie Mido langsam Aufstand und langsam loslief. Er lief nicht mehr wie vorhin, er lief geduckt, und in die falsche Richtung. Er lief langsam zu sich nach Hause.

Link hatte nicht vor, ihm zu folgen: "Dieser Vogel kommt mir gerade Recht", dachte Link kaltblütig, "Jetzt kann ich ohne Probleme nach Hause!" Er eilte, diesmal ohne Rücksicht auf Geräusche, da diesmal niemand da war, der ihn hören konnte, den Hügel hinauf, von wo aus man die Beste Aussicht und auch noch die Beste Deckung hat. Link staunte nicht schlecht, als er sah, was vor seinem Haus war. Offenbar hatte Mido seine Pläne geändert und nun das ganze Festzeug vor seinem Haus stationiert. Überall standen Zelte und Tische, alles war bunt beschmückt und verziert, die Tische waren mit Leckereien bedeckt, und der Rasen war schon Ganz abgetrampelt. Alle Leute des ganzen Dorfes waren hier versammelt, es war wie auf einem Marktplatz, nur nicht so gross.

"Ooh Mist!", fluchte Link leise. Zu Recht, denn wie sollte er jetzt zwischen all dem Zeug zu seinem Haus gelangen. Da blieb wohl Link nichts anderes übrig, als sich durchzuschmuggeln und zu hoffen, dass er nicht geschnappt wird. Er rutschte langsam den Gebüschbedeckten Abhang hinunter um nicht gesehen zu werden. Dann nahm er sich einen weissen Kittel, der gerade an der Rückwand eines Zeltes hing, und den alle anderen auch trugen. Jetzt war er gut getarnt und war bereit loszumarschieren.

Erst schaute er hinter dem Zelt hervor in die Menschenmenge, um zu sehen, ob die Luft rein war. Sofort legte er los, um keine Zeit zu verlieren. Er hüllte sich die weisse Kapuze über den Kopf und lief einfach mittendurch. Er schaute weder auf, noch um sich. "Sehr Gut", dachte Link, "Es fällt überhaupt nicht auf!" Plötzlich stiess er mit jemandem zusammen.

"Oh, entschuldigen sie!", sagte die Person. Link hatte eigentlich gar nicht vor, weiter darauf einzugehen, doch als der junge Mann ihm aufhelfen wollte, musste er sich einfach bedanken:
"Danke", sagte Link, wobei ihm auffiel, dass er ihn noch gar nie gesehen hatte, er hatte dunkelbraune Augen und schwarze Haare. Er war etwa 30 Zentimeter grösser als Link. Eine unheimliche Ähnlichkeit war zwischen ihm und Knut zu erkennen. "Sag mal,", fragte Link, "wie heisst du denn?"
"Also", sagte er, "Ich bin Knut Junior, aber alle meine Freunde nennen mich Juni!" Juni lächelte ein wenig.
"Ich bin Lii...", sagte Link, wobei er gerade noch bemerkte, dass er seinen Namen doch nicht nennen sollte, "Lung!", sagte Link als Name, "Lung ist mein Name!"
"Lung", empfand Juni, "ist ein sehr seltener Name, klingt ein bisschen wie Lagni. Ist mein Onkel."
"Aha, ich muss jetzt unbedingt gehen!", drängte Link.
"Hey, weißt du, was hier los ist?", fragte Juni dann. Nervös schüttelte Link den Kopf. "Hier wird eine Geburtstagspartie vorbereitet. Link, der, der Geburtstag hat ist noch im Haus da vorne. Mido hat ihm gesagt, dass er da bleiben soll, bis er ihn holen würde. Wie ist Link denn so?", fragte Juni ihn.
"Na ja...", begann Link, doch Juni unterbrach ihn: "Alle sagen, er sei ein bisschen eingebildet!"

"Eingebildet!?", fragte er sich, "Ich und eingebildet!!" Er liess es beim denken und verabschiedete sich von Juni. Wieder begann er Idiotisch gegen den Boden starrend loszulaufen. Diesmal jedoch achtete er auf die Füsse der anderen Leute, um nicht wieder mit jemandem zusammen zu stossen. Obwohl, Juni war ihm Recht sympathisch, er war nicht so langweilig, wie all die anderen, die er kannte. Ein Ausländer eben, wie Knut.
"Wie Knut, das ist es", fiel ihm ein, "Er hat ja auch gesagt, dass er Knut Junior sei. Offenbar macht er hier Ferien oder so."

Link war schon bei seiner Leiter angelangt, durch die man den Tümpel mit Matsch sehen konnte. "Oooh Nein!", schoss es Link durch den Kopf, "Wie soll ich denn jetzt bei dieser Menschenmenge unbemerkt nach innen gelangen?" Leider konnte ihm keiner diese Antwort liefern, da er sich sonst verraten müsste. Da schoss es ihm wie ein Blitz durch den Kopf: "Die Geheimtür, na klar!" Sein Gesicht hellte auf und erlosch sogleich wieder. "Aber", jammerte er, "ich weiss doch nicht wo sie ist!" Mido redete zwar oft von diesem Geheimgang, aber gezeigt oder verraten hatte er ihn nie. "Jetzt muss ich in finden, sonst bin ich geliefert!", beschloss Link und sah sich erst einmal um.

Komisch, es war nichts zu sehen, was einer Falltür oder so ähnelte. "So was dummes! Wo ist denn der blöde Geheimgang?". Er stand noch eine Weile in der Gegend herum und blickte um sich, bevor es ihm in den Sinn kam, ein wenig genauer zu suchen. Fast zehn Minuten suchte Link wie verzweifelt hinter seinem Haus herum, bevor er da hin gelangte, wo selten eine Person hinging. Unter jedem Stein, hinter jedem Gebüsch hatte er nachgesehen, es waren nicht viele, deswegen verlor er keine Zeit. Doch nichts war zu finden, nichts und wieder nichts, es war zum aus der Haut fahren. Vor Erschöpfung liess er sich an einem grossen Felsen, der an die Felswand grenzte, nieder. Er schaute noch mal alle Steine und Büsche der Reihe nach ab und war sich sicher, dass er keines ausgelassen hatte.

Eigentlich war es Link schon egal, ob Mido nun eher im Haus war als er, er wollte nur noch den Geheimgang finden. Er bewegte sich ein bisschen und plötzlich schoss es ihm wie ein Pfeil durch den Kopf. "Natürlich!", überlegte er, "Da würde ihn natürlich niemand suchen!" Er stand auf und drehte sich zu dem Felsen um, denn als er sich bewegt hatte, tönte der Fels wie ein Stück Pappe. Er versuchte den Felsen wegzuschieben und er hatte Erfolg. Die Kartonhülle, die wie ein Felsen aussah, liess sich ganz leicht wegheben. Er legte sie zur Seite und trat ein, wobei er eine unübersehbare Papiertafel entdeckte.

Link las: "Glückwunsch, du hast den unauffindbaren geheimen Weg der Familie Awenkaning aufgefunden. Gez. LOGUS AWENKANING. "Logus", dachte Link, "So hiess mein Vater... Ich wusste gar nicht, dass ich zum Nachnamen Awenkaning heisse..." Er las weiter: "Bisherige Finder sollen sich bitte hier eintragen." Danach kam eine kurze Liste, auf der sich schon drei Personen eingetragen hatten: Logus selbst, Knil, und eine furchtbar gekritzelte Unterschrift wahrscheinlich. Bei genauerem hinsehen konnte man die Umrisse von "L" und "nk" erkennen. Offenbar hatte sich Link einmal, als er noch klein war, hier verewigt. Er beschloss seinen Namen hinter seine frühere Unterschrift zu setzen.

Jedoch war weit und breit kein Schreibzeug oder ähnliches. Also nahm er ein Stücken des bewegenden Bodens und versuchte damit seinen Namen hinzuschreiben. "Moment mal, ein bewegender Boden?", fragte er sich, "Was bedeutet das?" Er ging in die Knie, um den Boden genauer zu betrachten zu können. Es waren nur kleine Kohlestückchen, die sich ein wenig umherrangten. Link wagte nicht den Boden zu berühren, oder sogar umzukehren. Als dann auch noch das Kohlestück in seiner Hand anfing sich zu bewegen, begann er zu begreifen, dass es sich um sogenannte Fühlerkohler handeln musste.

Ihnen war der Ruf nachgeeilt, dass sie Blut saugen. Link hatte Angst, zum ersten mal in seinem Leben hatte er so richtige Angst, ausser in seinen Träumen, da hatte er in letzter Zeit immer Angst, aber wenn er dann aufwachte war wieder alles in Ordnung. Diesmal war er sich sicher, dass es kein Traum war. Er rannte hinaus aus der Höhle und sah sich die bereits hinaufgekletterten Tiere an. Er stellte fest, dass es tatsächlich Fühlerkohler waren, jedoch sah Link auch, dass an der Vorderseite des Kohlers ein fast Menschliches Gesicht zu erkennen war. Sofort gewann die erstaunte Seite Überhand. Das Gesicht des Kohlers wirkte geblendet, logisch, nach der geraumen Zeit im Dunkeln. Das Tierchen schien sich wohl zu fühlen, denn sein hinterer Teil (wahrscheinlich Rücken und Schwanz) begann sich flauschig anzufühlen, mit der Zeit war es ein richtiger Flaum. Es lächelte und kuschelte sich in Links Hand, wobei es ein zufriedenes Geräusch von sich gab. Link fand das Tierchen niedlich und beschloss, es mitzunehmen und auf es aufzupassen.

Er schloss es in seine zwei Handdeckel und betrat die Höhle wieder. Link lief die Höhle weiter abwärts, als er einem leicht übersehbarem Schildchen vorbeikam. "Bitte Höhle schliessen!" stand da in ganz winzigen und unheimlich fahrlässig hingekritzelten Buchstaben. Link folgte dieser Anweisung und schob die Attrappe wieder vor die Höhle. Nun war es Stockfinster, kein einziger Lichtstrahl drang in die Höhle. Plötzlich bemerkte Link, wie das Tierchen in seiner Hand zu Leuchten begann. Er hob die eine Hand ab und dann erleuchtete es den ganzen Raum. Auch alle anderen begannen nun zu Strahlen und erhellten die ganze Höhle.

Man konnte nun die ganze Höhle in ihrer schönen und vollen Pracht sehen. Überall funkelten glitzernde Steine von der Wand. Es war wie in einem Traum. Link lief einfach immer dem langen Gang entlang, bis er an eine Kreuzung kam. Er hatte keine Ahnung, wohin er gehen sollte. Er war Ratlos. Er setzte sich auf einen kleinen Vorsprung der Höhle, welche komischerweise ganz bequem war. Link sah den Fühlerkohler an und starrte ihn noch etwas länger an.
"Tayo", dachte er, "Tayo werde ich dich nennen." "Nun gut", begann Link, "Tayo, weißt du, wohin wir gehen müssen?" Link sah, dass Tayo ihn verstand und irgendetwas erklären wollte. Link liess Tayo vor der Kreuzung auf den Boden und wartete ab. Tayo ging tatsächlich voran und es schien so, als ob Tayo schnüffeln würde. Dann kam er zurück und leuchtete auf der rechten Seite besonders stark, was Link als Wegweiser betrachtete. Er nahm Tayo wieder und lief in die Rechte Richtung. Wieder folgte ein langer Gang mit Tausenden von funkelnden Sternen und Steinen. Bei jeder weiteren Kreuzung liess Link wieder Tayo schnüffeln und entscheiden. Insgesamt waren es 14 Gabelungen, bis sie beide in Links Haus im Keller von oben aus gesehen aus der linken Tür kamen. Link staunte nicht schlecht, als er sah, wo sie waren. Er wusste, dass es hier unten drei Türen gab. Er wusste, dass die eine zum Trockenkeller führte. Aber die anderen beiden Türen hatte er eigentlich gar nie beachtet, da sie kein Schloss hatten und auch keinen Henkel, also unaufmachbare Türen sozusagen.

Link schritt mit Tayo in der Hand in den kleinen Raum der drei Türen, wobei es die Tür hinter ihm gleich wieder mit einem Klappmechanismus schloss. "So läuft das also", erklärte sich Link, "Wer hat das eingebaut? Mein Vater? Nein! Der war kein Zimmermann, er war Soldat der königlichen Leibgarde. Ein guter, ehrbarer Soldat." Er stieg nachdenkend die marmorne Treppe hoch und musste oben feststellen, dass die morsche Tür immer noch den Weg versperrte. Er dachte gar nicht lange nach und trat die Tür ein, ihm fiel auf, dass die Tür im Traum nicht so hart gewesen war. Sein Fuss schmerzte nämlich.
Widerwillen setzte er sich hin und legte Tayo auf die Seite. Da Tayo noch immer glühte, sengte es das Sofa leicht an, auf dem sie sassen. Und wenn Link ihn nicht weggenommen hätte, dann wäre das Sofa jetzt verbrannt. Link bat ihn, sich zu beruhigen, und das tat er dann auch.

Plötzlich hörte Link, wie jemand die Treppe hinaufkam, und sich mit jemandem unterhielt, der ebenfalls die Treppe hinaufkam. Link schwitzte am ganzen Körper. Wo sollte er sich verstecken. "Ach ja", kam es ihm in den Sinn, "Der Kleiderschrank!" Sofort eilte er in den Kleiderschrank. "Ach du...", fluchte er fast, "Ich habe Tayo vergessen!" Er schlug die Tür noch mal auf und rannte zum Tisch, wo Tayo immer noch beleidigt, wegen des angesengten Stofffetzens des Sofas, dasass, und nichts tat. Er nahm ihn und schloss ihn zwischen seine Hände, rannte zum Schrank zurück, stieg wieder hinein und schlug die Tür wieder zu. Gerade im rechten Moment, denn die drei Personen kamen gerade hinein.

Link erkannte sie auf den ersten Blick. Es waren Gregor, Sven und Erik.
"Ausgerechnet die drei sind auch eingeladen?", dachte Link, "Wer hat denn diese verdammten Idioten eingeladen?" Sofort wollte er sich aus dem Wandschrank stürzen, liess es dann aber bleiben. Er hatte sich schon versteckt, obwohl er eigentlich gar nicht musste, und jetzt wollte er sehen, was sie in seinem Haus machen.
"Ist Link denn nicht da?", fragte Sven die anderen.
"Ja", begann Erik, "Woher soll ich denn das wissen?" Man hörte schon einen kleinen Schuss Frechheit in ihren Worten.
"Ruhig", schritt Gregor ein, "Wenn Link nicht da ist, können wir das zu unserem Vorteil nutzen!" Link wusste bis da, dass sie doof waren, aber dass sie so hinterhältig waren, das überschritt sein Fassungsvermögen.
"Ja", begriff Erik, "Komm, wir durchsuchen sein Haus nach persönlichen Dingen!"
"Cool", schloss sich auch Sven an, "Das macht Spass! Lasst uns beginnen!"

Link sah einfach nur zu, und hoffte, dass bald Mido kommen würde. Erst durchsuchten sie sein Schlafzimmer, ein Glück, dass Link sowieso fast nichts zu verbergen hatte. "Moment mal!", überlegte er hastig, es lief ihm kalt den Rücken hinunter, doch Tayo, der schon wieder zu leuchten begonnen hat, wärmte ihn, "Die Lichtbilder von Cilja... und Mir!" Sofort wollte er schon wieder aus dem Wandschrank steigen, als er Mido die Leiter hochklettern hörte. Er beschloss zu warten, als er sah, dass Gregor, Sven und Erik sich ein Versteck suchten. Als sie eines gefunden hatten stieg er endlich aus dem Schrank. Er stellte sich absichtlich so hin, dass alle Drillinge ihn sahen und nahm eine gelangweilte Pose ein. Mido kam die Tür herein und sah zu Link, der auf dem Sofa sass und zu Mido zurücksah.

"Hallo Mido", begrüsste ihn Link so gelangweilt, wie nur irgendwie möglich, "Kommst du endlich!"
"Nun ja", begann Mido, "Ich wurde aufgehalten, aber nun kannst du mit nach draussen kommen, alle warten schon auf dich!"
"Einen Moment noch, Mido", passte Link ihn ab, "Hast du schon von den vielen Raubfällen gehört, wo alle dachten, dass Knut es war?"
"Natürlich habe ich davon gehört, ist nämlich Gesprächsthema Nummer eins!", beteuerte Mido, "Nur traut sich nie jemand zu ihm."
"Ich war bei ihm", sagte Link, "aber ich habe nichts gesehen. Ausserdem habe ich...", er spürte ihre stechenden Blicke im Nacken. "habe ich die drei wirklichen Schuldigen hier in meinem Haus!"
"Was!", schrie Mido, "Die Drei?"
"Jawohl", erklärte Link, "Die drei Drillinge!"
"Wie", staunte Mido, "Es waren Gregor, Sven und Erik? W- wo sind sie?" Link deutete auf ihre Richtung. Als Mido hingehen wollte, kamen die drei von alleine hervor.

"Es tut uns Leid!", wimmerten sie alle zusammen wie geprobt, "Wir haben alles getan, was hier berichtet wird, aber bitte verschone uns!" Mido kochte vor Wut:
"Erst noch kräftig mithelfen, Knut zu verdächtigen, und dann, wenn es darauf ankommt, um Gnade winseln!! Solche Leute haben wir gern!" Doch plötzlich hellte seine Mine auf und verfinsterte sich sogleich, dann sagte er in einer unheimlichen Stimme: "Ich tue euch nichts, ihr müsst nur die gestohlenen Gegenstände wieder zurückbringen und euch entschuldigen. Ausserdem arbeitet ihr Heute als Kellner!"

Ein Schweigen trat ein. Dann endlich sagte Erik:
"Danke, dass du so gnädig warst, Mido."
"Ihr habt eine solch' milde Strafe gar nicht verdient!", sagte Mido stechend, dann wandte er sich Link zu. "Komm jetzt, Link. Wir müssen nach draussen!" Link stand auf, nahm Tayo hervor und setzte ihn sich auf die Schulter.
"Ein neuer Freund?", fragte Mido.
"Ja", antwortete Link, "Ich habe ihn neulich gefunden."
"Und ihr", sagte Mido zu den Drillingen, "Ihr kommt einfach in einem unauffälligen Moment nach, okay?" Sie nickten. Dann liefen Link und Mido in Richtung Tür.

Plötzlich begann Link nervös zu werden und fragte:
"Hey, Mido! Was soll ich denn sagen?"
"Was dir gerade in den Sinn kommt!", antwortete Mido und schubste Link zur Tür hinaus. Dann stand er wie ein Ölgötze vor der grossen Menge, die gespannt und ohne ein winziges Geräusch auf ihn blickte. Er schwitzte. Es kam ihm wie ein unendlicher Moment des Grauens vor bis er erleichtert aufatmete und schrie: "Lasst uns feiern!!!"


Das Fest

Plötzlich wurde alles von der unüberhörbaren lauten Menge übertönt. Tayo zog sich sofort zusammen und fiel von Links Schulter, Link fing Tayo auf und steckte ihn zwischen seine Hände. Link kam sich dabei eigentlich unheimlich blöd vor, aber der Lautstärke der Menge nach zu urteilen, musste er sehr überzeugend gewesen sein.

Dann schoss ihm Juni durch den Kopf, sofort suchte er den kleinen Jungen, und fand ihn dann auch. Es war nicht besonders schwer, ihn zu finden, da er der einzige war, der schwarze Haare hatte. Juni sah ihn verwirrt an. Beide sahen einander in die Augen und plötzlich drehte sich Juni um und lief zwischen der Menge davon. Link fühlte sich schlecht. Sofort wollte er nach unten gehen und Juni hinterher rennen, aber Mido hielt ihn zurück.

"Hey", sagte er, "Du willst doch nicht gehen, bevor alle dich gesehen haben!"
"Na gut!", sagte Link energisch, "Wie lange noch?"
"Nur ein paar Sekunden noch!" Link blickte hastig umher, auf wen sollte er denn noch warten? Etwa auf... Er hatte keine Ahnung. Dann richtete Mido seinen Arm auf eine Ecke und sagte:
"Da!" Link schaute in die Richtung und sah Cilja, die gerade mit dem Kerzenanzünden fertig geworden war.
"Cilja", bemerkte er, "Ist mir gar nicht aufgefallen!" (Davon wollte er ihr aber dann nichts sagen).

Sie lächelte ihn an und schüttelte ihr grünes, wundervolles Haar. Sie setzte sich eine Haarspange auf und schaute auf. Link hatte sie noch nie so schön gesehen. Er war hin und weg. Ein Glück, dass ihn die meisten Leute eh nicht mehr beachteten. Dann wandte sie sich dem Kuchen zu und machte eine einladende Bewegung.
"Darf ich jetzt gehen?", fragte er Mido.
"Klar", sagte dieser und liess ihn gehen. Link eilte die Treppe hinab und rannte zu dem Kuchen. Wenn er es sich recht überlegte, war ihm der Kuchen wichtiger als Cilja. Doch als er sie vor sich hatte, wurde dies Schlagartig geändert.

Sie hatte ein so wundervolles Lächeln im Gesicht, wie Link es noch nie gesehen hatte. Er wollte den Kuchen essen, und Cilja nicht benachteiligen, er befand sich in einer Zwickmühle. Sollte er essen, oder selber mit Cilja lächeln. Entweder, oder. Er entschied sich. Link nahm Ciljas Hand und fragte:
"Wollen wir feiern?" Denn da gehörte ja essen dazu. Sie setzte sofort ein gigantisches Freudengesicht auf und umarmte ihn. Link sah zu den Leuten vor ihm, wie sie einfach da waren und zuschauten. Link wurde rot. Erst nur ein wenig, dann immer röter. Von Brombeerrot bis zu Erdbeerrot. Er beschloss die Augen zu schliessen und es zu geniessen.

Sie schwankten ein wenig hin und her, bis Cilja sagte, so dass es nur Link hören konnte:
"Ich liebe Dich!" Sein Gesicht hatte ja schon nachgelassen, rot zu sein, aber nun übertraf es alles, was sein Gesicht je an Röte erlebt hatte. So standen sie da, mitten in einer Menschenmenge und umarmten sich. Es war Link, der schliesslich losliess um endlich wieder normal atmen zu können.

"Wollen wir nun feiern?", fragte er, ihre Köpfe dicht aneinander gedrückt. Zu Links Erleichterung sagte sie:
"Ja!" Als Link zum Kuchen hinlief, kroch, zum ersten Mal seit dem Menschenlärm, Tayo wieder aus der Tasche. Er war angelockt vom Zimten Duft des Riesenkuchens. Vor Begeisterung fing er an zu leuchten und Cilja sah ihn. Sie erschrak, doch konnte sie es verbergen.
Sie tippte Link auf die Schulter: "Du hast da was in deiner Tasche, Link!" Link sah zu ihr nach hinten und zwinkerte mit dem einen Auge, während er Tayo zurück in die Tasche schob. "Erklär' ich dir später!" Sie nickte und lief ein wenig nervöser als vorher neben ihm her.

Sie hielt seine Hand. Link sah auf den Kuchen mit den vielen Kerzen drauf und schloss die Augen. Er wollte sich etwas wünschen. Dann spie er alle Kerzen mit einem Anlauf aus. Alle klatschten und Link wurde schon wieder verlegen. Diesmal aber schämte er sich nicht, er war richtig glücklich. Sofort bat er um ein Messer, um den Kuchen anzuschneiden. Er schnitt mit grosser Vorfreude dem Kuchen ein grosses Stück ab, und dann kam ihm Cilja in den Sinn. Sofort teilte er es in zwei Stücke und reichte die grössere Hälfte Cilja hin. Sie nickte und dankte ab:
"Danke, Link. Aber ich nehme das andere Stück!"
"Hehehee!", dachte Link, "Das ist umgekehrte Psychologie."

Er nahm das grosse Stück wieder zurück und gab ihr das Kleinere. Sie lächelte ihn an und fing an zu essen. Als Link zufällig zu seinem Haus sah, konnte er erkennen, wie Erik da stand und ungläubig zu Link hinabsah. Jetzt setzte Erik eine Mine auf, welche der eines aufs Kreuz Gelegten ähnlich sah. Sofort begriff Link. Erik hatte es ebenfalls auf Cilja abgesehen und jetzt hatte er zusehen müssen, wie sie ihn in aller Öffentlichkeit umarmte.

Link schaute wieder auf seinen Kuchen und begann zu essen. Er spürte, wie Eriks Blick ihn durch Mark und Bein durchstach. Doch er hatte es schon wieder vergessen, als plötzlich Cilja ihn am Arm packte und ihn ein wenig wegzog.
"Was ist mit Erik?", fragte sie.
"Na ja", begann Link, "Er sah ziemlich Wütend aus."
"Oh nein!", jammerte sie, "Link, Du musst mich beschützen, O.K.?"
"J-Ja, ist ja Gut!"
"Nein, ist es nicht", erklärte sie, "Erik schaut mich immer an, wenn ich an ihm vorbeilaufe.., als wäre ich ein Ölgötze, oder so. Und dich sieht er immer wenn du mich ansiehst, neidisch und voller Hass an."

"Keine Sorge!", sagte Link prahlerisch. Es war ihm ein wenig peinlich, über so was zu reden, also wollte er ein wenig Schauspielen. Doch Cilja schien erleichtert zu sein, und ihm das abzunehmen. Sie schlang sich um ihn und putzte ihre Tränen an ihm ab.
"Versprichst du es?", fragte sie. Link kam sich zwar dämlich vor, aber er sagte trotzdem:
"Ja, Ich verspreche es!" Dann fiel sie in seine Arme und liess sich drücken.
"Ach, ja", sagte sie plötzlich, als Tayo aus Links Tasche schaute, "Was ist das eigentlich?"

"Das ist ein Fühlerkohler!", bluffte er und musste sogleich Ciljas Mund zuhalten, denn sonst hätte sie Laut aufgeschrieen. Nachdem sie sich einigermassen beruhigt hatte, erklärte ihr Link, woher er ihn hatte und dass Tayo sein Freund sei.
"Links Freunde sind auch meine Freunde!", sagte sie, nachdem er ihr alles erzählt hatte. Sie ging mit dem Gesicht zu Tayo und lächelte ihn an, sogleich verkroch er sich.
"Hab' ich was Falsch gemacht?", fragte sie.
"Nein, nein!", beruhigte Link Cilja, "Er ist nur Schüchtern. Er hat wahrscheinlich die letzten Acht Jahre in einer dunkeln Höhle verbracht, da ist das kein Wunder!"

"Na ja.", sagte Cilja enttäuscht und sie liefen wieder nach vorne, wobei man nicht überhören konnte, dass irgendetwas furchtbar aufregend gewesen sein musste. Link und Cilja drängelten sich ein bisschen nach vorne und konnten dann sehen, was so furchtbar Aufregend war. Ein alt aussehender Mann tanzte auf einem der Tische wie ein verrückter. Er hatte ein Kleid an, das von oben bis unten durchreichte und unten mit einem Rock endete. Ein runder Kopf mit einer Glatze und ein lang nach unten reichender Bart sorgten dafür, dass der Mann sehr witzig aussah.

Es war Opa Sahasrala. Der alte Knacker war wieder einmal daran, die haarsträubendsten und verwirrtesten Kunststücke aufzuführen.
"Passt auf, ihr jungen Spunde! Jetzt kommt ein Champion, wie ihr ihn noch nie zu Gesicht bekommen habt!", schrie Sahasrala laut und herausfordernd. Im ersten Moment sah es so aus, als ob er Sinnlos in der Gegend herumtanzen würde, dann aber legte er einen Meistersalto hin, dass es allen die Sprache verschlug. Er landete tapfer auf den Beinen und kehrte sich sogleich auf den Kopf und drehte sich auf ihm. Wie ein Wirbelsturm drehte er so vor sich hin, und alle Leute schauten weg. Genauso wie Link, denn sonst wäre es ihm Übel geworden.

Bald wagten es wieder ein paar, sich nach vorne zu drehen. Man hörte einen Moment lang nur keuchen und erschrockene Stimmen. Als Link nach vorne blickte, konnte er sehen, dass Sahasrala bewusstlos auf dem Tisch lag. Sofort wollte er zu ihm und ihm helfen, genauso wie Mido, aber Jitosch und Cilja hielten sie zurück.

Er hatte einen Pfeil im Rücken. Allerdings ähnelte er eher einem Stachel als einem Pfeil. Die Spitze schaute vorne wieder heraus. "Kein.., kein Blut?", keuchte Mido. Auch Link schien es zu wundern, aber alle anderen waren in höchste Panik ausgebrochen. Alle liefen wild umher und suchten Schutz, irgendwo, nur nicht da, wo er wäre. In ihren Häusern. Link hob den Kopf um den Überblick zu behalten, doch am Ende war er es, der Hilflos dastand, und nicht mehr weiterwusste.

Sahasrala war verschwunden. Keine Spur, keine Anzeichen. Er wurde entfernt. Link wollte zu dem Tisch, auf dem Sahasrala stand, doch Cilja hielt ihn wieder zurück:
"Link, willst du denn auch sterben?!" Sie weinte. Link nahm sie wiederum in der Arm und bemerkte gerade noch rechtzeitig, wie ein weiterer Stachel genau auf ihn zuschoss. Er duckte sich und fiel, weil er Ciljas Gewicht nicht berechnete, um. Der Stachel schoss unheimlich knapp über ihm vorbei und traf ins Gras. Sofort litt das Gras unter dem Stachel und ungefähr einen Meter um den Stachel wurde der Rasen kahl und ausgemergelt.

Link sah zum Ursprung des Stachels zurück, doch da war nichts. Er wollte aufstehen, musste dann aber bemerken, dass der Stachel ihn doch getroffen hatte. Seine Schulter war mit einem Lähmungsgift gelähmt worden und nun schlief der ganze Arm. Er spürte, wie sich das Gift langsam und unaufhaltsam in seinem Körper ausbreitete. Sein ganzes linkes Bein war nun eingeschlafen, und er konnte zwar sehen, wie Cilja irgendetwas sagte, doch verstanden hatte er nichts. Als er ein letztes Mal in Pfeilursprung sah, konnte er noch sehen, wie sich etwas von der Wand löste, was vorher perfekt getarnt war. Es setzte sich auf den Boden und streckte seine Beine. Es hatte Acht davon. Plötzlich verlor er dann auch seine Sehkraft und sein Herz hörte auf zu schlagen. Dann wurde es Nacht.

Sein erstes Organ, das wieder arbeitete, war sein Ohr. Er hörte im ersten Moment nichts, doch dann konnte er Schritte, sehr schnelle Schritte hören. Sie kamen näher, mit jedem Augenblick hörte er, wie der Boden mehr und mehr bebte, bis dann schlussendlich die Schritte verhallten, und alles still war.



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