Breath of the Wild



Weihnachtliche Dimensionen

Autor: Black-Dragon1986


Buch 1 - Jäger der verlorenen Plätzchen

Schnee bedeckte schon seit einer Woche die Hauptstadt Hylias und ließ sie in voller Pracht erstrahlen. Naja, mal abgesehen von den Straßen. Vor kurzem gab es auf dem Marktplatz eine Überschwemmung, denn eine Rohrleitung, die für die Funktion des Brunnens wichtig war, ging kaputt und durch den plötzlich einsetzenden Frost waren alle Wege spiegelglatt. Jeden Tag machte mindestens ein Hylianer eine unfreiwillige Rutschpartie. Das erklärt auch die vielen roten Gesichter, die so durch die Stadt liefen.

Link galoppierte auf Epona durch den Schnee auf der Steppe. Er hatte eine persönliche Einladung von der Prinzessin zu der Weihnachtsfeier auf Schloss Hyrule bekommen. Sie hatte ihn außerdem gebeten, doch noch bei den Vorbereitungen zu helfen… was auch immer das heißen mochte.
Als er auf die Zugbrücke zutrabte, merkte er, wie die Wachen versuchten ebendiese hochzuziehen - vergebens. Die Ketten waren eingefroren und aus irgendeinem Grund war, wie der gesamte Marktplatz, auch die Zugbrücke spiegelglatt. Doch Link bemerkte dies nicht und es war schon zu spät, als Epona auf der glitschigen Fläche lief. Auch die Wachen bemerkten etwas nicht, und zwar Reiter und Tier. Sie versuchten immer noch die Zugbrücke funktionstüchtig zu machen, was ihnen plötzlich auch gelang. Dummerweise war die Geschwindigkeit des Hochziehens so hoch, so dass Epona die Schräge laut wiehernd hinunterrutschte und sich unten angekommen unfreiwillig auf ihren Hintern setzte, wobei sie verdutzt weiterschlidderte und sogar anfing, sich um die eigene Achse zu drehen. Zielsicher drehte sie sich auf den Brunnen zu, noch immer mit einem Wahnsinnstempo, und Link, der nicht mehr sah, wo welche Richtung war, saß zur Belustigung aller Passanten ebenso verdutzt auf der Stute.
Als Epona langsam aber sicher den Brunnen erreichte, wurde sie langsamer. Sie kam vor dem Brunnen zum Stehen. Link atmete gerade erleichtert auf, als plötzlich Epona mit einer ihrer Hinterläufe gegen den vereisten Brunnen trat. Für einen Moment tat sich nichts, aber dann war da dieses Geräusch von einem Nachhall, der immer lauter wurde, wobei der Brunnen merklich zitterte und plötzlich in tausend Teile zersprang. Link und seine Stute sahen gleichzeitig verwundert zu dem Brunnen und dann irritiert zu den Leuten um sie herum. "Der Tag fängt ja gut an", seufzte er und musste Epona zum Aufstehen animieren, damit sie nicht festfror.

Auf dem Weg zum Schloss wurde er von einer Soldatengruppe überholt, die aufgeregt den Weg entlang rannte. Link musste sich fragen, was diese so aufgebracht hat. Jedoch konnte er nicht versuchen, Epona noch schneller traben zu lassen, da sie sonst garantiert noch mal irgendwo ausrutschen würde. Nachdem Link das Tor passiert und den langen Sandweg entlang getragen worden war, kam ihm schon eine aufgelöste Prinzessin entgegen.
"Link", rief sie ihm entgegen und umarmte ihn stürmisch auf eine freundschaftliche Art, nachdem er vom Pferd gestiegen war. "Es ist so furchtbar", schluchzte sie, "irgendjemand hat alle Plätzchen gestohlen! Wie soll Weihnachten ohne sie nur stattfinden?"
Link starrte nur vor sich hin. "A-alle P-p-plätzchen?", stammelte er. Er fühlte Zeldas Nicken. "Gibt es irgendeine Spur?", fragte er plötzlich in einem ernsthaften Ton und schob Zelda auf Armeslänge von sich weg.
"Äh", machte diese und sah ihn verwundert an, "nein, nicht wirklich. Manche behaupten, die Bäcker hätten sie alleine aufgegessen, andere sprachen von Tieren, die sich über den Vorrat hergemacht haben sollen. Und eine dritte Meinung ist, dass irgendein böser Magier die Plätzchen hat verschwinden lassen, um uns um das Weihnachtsfest zu bringen."
Link dachte nach. "Erzähl mir mehr", sagte er. "Naja", begann Zelda und schaute skeptisch drein, "Der Magier soll aus…" - "Nein, nicht über diesen Blödsinn", unterbrach Link, "Erzähl mir mehr von den Tieren." Zelda seufzte erleichtert. "Ich dachte schon, du würdest diesen Unsinn glauben", sagte sie, "Die Befragten haben alle irgendwelche Rehe und Hasen gesehen, die hier in der Nähe der Bäckereinen ihr Unwesen getrieben haben sollen." Link grübelte.
"Hast du eine Ahnung an wen wir uns wenden könnten?", fragte er. Zelda zuckte hilflos mit den Schultern. "Ich geh mal gucken, ob ich jemanden finde", sagte Link und schwang sich auf seine rotbraune Stute… Wenn diese doch nur noch neben ihm gestanden hätte. Doch so griff er ins Leere, fiel hin und rutschte den ganzen Weg zurück zum Tor, wo er dann doch noch seine Stute widerfand: Komplett eingeschneit und zugefroren. "Muss ich schon wieder alles freikratzen", seufzte er.

Kurze Zeit später war er schon wieder beim Schloss.
"Und?", fragte Zelda.
"Niemand zu finden", antwortete er und rutschte von Epona.
"Salia?"
"Wo?", sagte er und sah sich um.
"Nicht hier, ich meine ob du sie gefragt hast!"
"Ach so! Das ging nicht."
"Warum?"
"Sie war nicht in Kokiri."
In dem Moment kam ein kleines, grün gekleidetes Mädchen aus dem Schloss.
"Guten Morgen, Link", sagte Salia, als sie an den Beiden vorbeilief.
"Morgen", erwiderte dieser, war aber zu sehr in sein Gespräch vertieft, als dass er das Mädchen als solches hätte erkennen können.
"Dann spiel doch ihr Lied auf deiner Okarina!", schlug Zelda vor.
"Geht nicht, hab's vergessen."
"Das Lied?"
"Nein, die Okarina!"
"Naboru?"
"Die ist von der Brücke im Gerudotal gefallen."
"Und Ruto?"
"Ich will noch nicht heiraten!"
"Darunia?"
"Das ist ne lustige Geschichte! Also, er war auf dem Weg..."
"Keine Zeit! Was ist mit Rauru?"
"Der hat sich in der Halle der Weisen eingeschlossen und kommt nicht raus, bis ihm jemand seine glühende Aura wiederbringt."
"Bleibt noch Impa."
"Die schwimmt mit Naboru. Bleibst noch du."
"Und ich weiß es nicht!"
"Woher weißt du das?"
"Ich denke, dass ich sonst hinter das Geheimnis des Verschwindens von alleine gekommen wäre."
"Ach ja, stimmt. Aber, wir müssen jemanden Fragen."
"Aber wen?"
Schweigen. Beide hatten ihre Köpfe zu Boden gewandt. Doch dann sahen sich beide lächelnd an.
"Ruto!", sagten sie gleichzeitig.
"Aber du fragst", kam Link ihr zuvor.

"Woher zum Teufel soll ich wissen, warum Rehe und Hasen Plätzchen fressen?", sagte die Zora-Prinzessin verärgert, "Zelda, wir haben hier unsere eigenen Probleme. Das gesamte Wasser friert! Alle Zoras sind damit beschäftigt, eine Decke für das Nass zu stricken."
Die Hylianische Prinzessin schaute irritiert drein. "Ich dachte, dass diese Decke schon gestern fertig war."
"Es gab eine Laufmasche! Hast du eine Ahnung, wie flink diese Dinger sind? Und wenn eine Masche wegrennt, musst du die anderen festhalten, damit diese nicht auch noch wegflitzen!"
Zelda nickte. "Es ist wirklich zum davonlaufen!", meinte sie. Diesmal war es an Ruto verwirrt dreinzuschauen. "Immer dreht sich alles nur um dich!", sagte Zelda. "Das ist nicht wahr!", antwortete die Zora.
"Sie hat Recht", sagte eine dritte Stimme. Link trat aus dem Schatten heraus. "Sie hat Recht", wiederholte er.
"Ich dachte, du wolltest nicht…", begann Zelda.
"Ich habe es mir anders überlegt", erklärte er.
"Willst du mich jetzt doch heiraten?", fragte Ruto erwartungsvoll.
"Ruto", fing Link wütend an, "erstens: ich habe vor sieben Jahren Ganondorf besiegt. Seitdem ruht das Master-Schwert in der Zitadelle der Zeit. Seitdem musste ich auch nicht mehr hier her! Zweitens war das eine Antwort auf Zeldas Frage und nicht auf deinen Gedanken."
Stille macht sich breit.
"Heißt das jetzt ja oder nein?", fragte Ruto.
"Nein!", schrie Link, drehte sich um und wollte wieder gehen.
"Schade", meinte die Zora, "dir hätte ich geholfen."
Link drehte sich noch mal um. "Du weißt schon, dass wenn Weihnachten in Hyrule nicht gefeiert wird, dass wir uns dort dann nicht sehen?"
"Mist!", knurrte die Zora, "In Ordnung, ich werde euch helfen so gut es geht."
"Dann schieß los!", sagte Link.
"Womit denn?", fragte Ruto, "Oder würdest du mir deinen Bogen leihen?"

Nach einigen heftigen und sinnlosen Diskussionen, eher Streitereien, stampfte Link - gefolgt von Zelda - wütend aus dem Zora Reich. "Kommt die doch immer auf das gleiche Thema zu sprechen", meckerte Link, "Heiraten, heiraten, heiraten! Wie kommt sie nur von bösen Mächten zu diesem Thema hin?"
"Ich werde kurz einen unserer Zauberer kontaktieren", sagte Zelda und schloss die Augen. Gedanklich konzentrierte sie sich auf alle Zauberer.
"Welcher Idiot setzt sich in meiner Pause mit mir in Verbindung?", fragte die unbekannte Stimme.
"Weißt du überhaupt, mit wem du sprichst?", erwiderte Zelda.
"Nein!"
"Mit Prinze…"
"Prinzessin Zelda, wisst Ihr eigentlich, mit wem Ihr sprecht?"
"Nein!"
"Dann hab' ich ja Glück gehabt!"
Zelda öffnete wieder ihre Augen. "Du musst es wohl allein versuchen", sagte sie, klopfte Link anerkennend auf die Schulter und verschwand mit einer Handbewegung. "Ja, toll", rief Link, "womit denn?" Da fiel ihm eine Nuss auf den Kopf. "Verdammtes Federvieh!" Aber das war's doch! Die Eule! Link holte seine Okarina hervor, um Epona zu rufen. Okarina… Da war doch was gewesen. Link pfiff das Lied stattdessen irgendwie auf seinen Fingern. Die Wirkung war, dass das Eis sich plötzlich in Wasser verwandelte und Link klitschnass wieder ans Ufer kam.
Er versuchte es erneut. Aber auch diesmal war das Ergebnis anders, aber eher positiv, denn plötzlich erschien vor ihm ein sehr neues Schwert, welches er sofort an sich nahm. Wer weiß, was das für Tiere waren. Er wagte dann einen dritten Versuch. Epona kam auch, rutschte dann jedoch auf dem Schnee aus und riss Link mit auf dem Boden. "Autsch!"

Zweimal hatte er mit Epona ganz Hylia durchquert, nur um die Eule zu finden. Doch nirgends war sie zu finden.
Erschöpft sank Link am Zorafluss nieder, er war den ganzen Tag geritten und hatte schrecklichen Durst. Er rutschte aus dem Sattel und begann gierig zu trinken. Immer wieder fluchte er zwischen zwei Schlucken: "Dummes Federvieh, wenn man sie einmal braucht ist diese dumme Eule natürlich nicht da!"
Plötzlich hörte Link ein Rauschen hinter sich und fuhr erschrocken herum.
Verlegen blickte er die Eule, die ihn streng musterte, an, kratzte sich am Kopf und sagte: "Ja, ja, was man doch so alles sagt, wenn man getrunken hat."
"Soso", sagte sie, "und du hattest von mir Hilfe erwartet." Ein ‚äh' war alles, was Link zustande brachte. "Ich weiß, was bei euch los ist", erklärte sie, "es war ein Magier!" Link sah sie entrüstet an, bevor er sich halb tot lachte. "Du glaubst an diesen Unsinn?", lachte er. "Unsinn?", wiederholte die Eule, "Nein, das ist es nicht!" Er hörte auf zu lachen und sah die Eule an. "Wenn du nicht wärst, was du wärst, hätte ich dich für verrückt erklärt."

Zelda lag vor lachen schon fast auf dem Boden der Eingangshalle, als Link und die Eule von dem Magier berichteten. "Heut ist kein erster April!", rief sie. "Aber es ist kein Witz", sagte die Eule ernst, "Was ich gesehen habe, habe ich nun einmal gesehen." Zelda sah die Eule verwundert an. Dann sah sie verwirrt in Links Augen und musste erkennen, das dies der Wahrheit entsprach. "Unmöglich", sagte sie, "ihr müsst schwachsinnig geworden sein." - "Sollen wir dir das Gegenteil beweisen?", fragte die Eule. "Na gut, zuerst du, Link!" Zelda dachte kurz nach. "Okay, was ist das: Es reflektiert wie ein Spiegel, du kannst jedoch die Reflektion nicht sehen!" - "Ein Glück, das ich vorhin noch bei den Goronen war. Die Antwort lautet: Echo!" - "Gut", lobte die Prinzessin, "nun zu dir, Eule. Gleiche Frage!" - "Hm...", machte diese, "Das müsste das Echo sein." - "Wieder richtig!", lobte die Prinzessin erneut, "In Ordnung, ich vertraue euch beiden. Dann sag' mir doch, wo sich der Magier aufhält." Die Eule machte ihre üblichen Kopfdreher und sagte dann: "Im Geistertempel!" - "Na toll", stöhnte Link. "Ich mich dann mal wieder auf den Weg machen", erklärte die Eule, breitete ihre Schwingen aus und flog in Richtung Ausgang.
Doch bevor sie aus der Tür war, hatte sie eine Dienstmagd erschreckt. Diese kippte vor Schreck den Wasserkübel aus, den sie gerade mit sich trug. Ein anderer Angestellter rutschte auf dieser Pfütze aus und schlidderte direkt auf den Kamin zu. Zu seinem Glück blieb er kurz vor dem züngelnden Flammen zum stehen, brachte jedoch einen anderen zu Fall, der mit dem Bein so heftig gegen das untere Ende einer am Kamin befestigten Eisenstange trat, so dass diese quer durch den Raum flog und selbst dann noch weiter flog, als sie ein Fenster zersplitterte.
"Dann werde ich mal losgehen", seufzte Link und wollte sich gerade umdrehen. "Ich komme mit", ergänzte Zelda.
"Aber Epona kann doch nur eine Person tragen", murrte Link.
"Ich…"
"Und dein Ross lahmt."
"Ja, aber…"
"Außerdem musst du dich doch um die Weihnachtsvorbereitungen kümmern."
"Also..."
"Als Prinzessin müsstest du dir doch deiner Verantwortung bewusst sein."
"Jetzt sei doch mal endlich still!!!"
"Hey, ganz ruhig! Was habe ich denn nun schon wieder getan?"
Zelda funkelte ihn an. Dann faltete sie die Hände vor ihrer Brust und verwandelte sich kurzer Hand in Shiek. "So will ich mit!", sagte er. "So bist du doch noch schwerer, mit den ganzen Bandagen", meinte Link. "Ich hab hier mehr als nur ein Pferd!"
Kurz darauf waren die beiden schon mit ihren Pferden unterwegs, Link allerdings mit seinem ziemlich seltsamen Schwert im Gepäck.


Buch 2 - Duell

Halb tot wanderten Link und Shiek durch die Wüste. Seit Tagen schon sahen sie nichts anderes als Sand, denn die Pferde wollten nicht mit in die Wüste.
Als Shiek eines abends müde zu Boden sank und jammerte: "Oh, Link, wir enden hier beide elendiglich verhungern und verdursten! Geier werden an unseren Knochen nagen und nie wird jemand erfahren, was wir nun wissen!" Link klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter: "Sieh das ganze mal so, zumindest regnet es nicht!"
Sie liefen weiter und weiter aber alles was sie sahen war Sand. Doch dann erhob sich am Horizont ein großes Gebäude: Der Geistertempel.

Vorsichtig betraten Shiek und Link das Gebäude. Irgendwie war es schon seltsam, dass sich Hexen oder Hexer immer hier versteckten. "Und wo sollen wir hier suchen?", fragte Shiek. Link zuckte nur mit den Achseln. "Keine Ahnung. Ohne Karte verlaufe ich mich hier."
DONG! machte es plötzlich und die Erde begann zu beben. "Was zum Ganon ist hier los?" Die Plattform, auf der sie standen, schoss nach oben und kam in einer sehr seltsamen Etage zum stehen. In einer Ecke saßen zwei Leute und spielten Mensch-ärgere-dich-nicht. Plötzlich ruft der eine: "Schachmatt!" Meint der andere: "So'n Quatsch. Bei Halma gibt's doch gar keinen Elfmeter!"
Plötzlich begann die Plattform zu wackeln und Shiek und Link wurden weiter nach oben getragen. Auf dem obersten Punkt des Geistertempels kam sie zum stehen. Doch was war das. Von hier aus sahen sie nicht Hyrule. Das war eine andere Dimension!
Plötzlich leuchtete der Griff seines Schwertes auf. "Was zum…" Seine Worte wurden durch ein böses Lachen unterbrochen. Vor ihnen erschien eine finstere Kreatur, die sich in ein schwarzes unidentifizierbares und undefinierbares Etwas gehüllt hatte. Auf diesem Etwas prangten die Flügel von Holzengeln, wie sie als Schmuck an den Tannenbäumen hingen.
"Was bist du denn für ein komischer Kauz?", fragte Link.
"Hä?"
"Naja, warum hängst du dich mit diesen Flügeln voll?"
"Ach, du meinst die engellosen Flügel?"
"Engellose Flügel?"
"Ach, da kennt wohl einer den Mythos nicht, hm?"
"Mythos? Was für'n Mythos? Alles was ich weiß und wissen muss, ist, dass du uns das Weihnachtsfest verderben willst!"
"Womit denn?"
"Mit dem Plätzchenraub, womit denn sonst?"
"So kommt man also vom Hölzchen aufs Stöckchen, hm?"
"Kannst du mal normal antworten???"
"…"
"Oder hat dir die Sonne dein Gehirn verbrutzelt? Ich habe dich was gefragt!"
"Du hast mich schon so vieles gefragt…"
"Und du hast mir nicht geantwortet!"
"Natürlich habe ich das!"
"Hast du nicht!"
"Hab ich wohl!"
"Nein!"
"Doch!"
"Unter Antworten verstehe ich direkte Antworten keine verschleierten!", erklärte Link.
"Sag das doch gleich!"
"Selbst Ganondorf war noch lang nicht so blöd wie du!"
"Werd' nicht ausfallend!"
"Ich geb' dir gleich ausfallend! Da fallen dir gleich die Flügel ab!"
"Die ENGELlosen Flügel!"
"Ach ja, der Mythos!"
"Du kennst ihn wohl wirklich nicht."
"Dann erkläre es mir!"
"Tze, das hättest du wohl gerne! Du willst doch die Macht für dich allein!"
"Ich will keine Macht, ich will nur die Plätzchen wieder haben!"
"Glaubst du wirklich, dass ich sie dir einfach so überlassen werde?"
"Du hast dich so dumm gestellt, dass ich dachte, es kann ja nicht schaden, wenn ich mal frage."
"Du bist der erste, der auf die Frage keine Gegenfrage stellt."
"Ach so, du redest von der Bedingung?"
"Genau."
"…"
"…"
"…"
"Und die wäre?"
"Ich dachte schon, du würdest nie fragen! Ich dachte da an ein Duell. Aber nicht eines, wie du es kennst. Es ist ein Spiel aus einem entfernten Land und heißt Yu-Gi-Oh."
"Die Regeln?"
Ja, die Regeln. Die erklärte der Fremde ihm und Link lernte schnell. Gerade mal zehn Minuten waren vergangen, da kannte er die Regeln auswendig und hatte sich auch schon aus einer Auswahl von Karten ein Deck zusammengestellt.
"Und wo spielen wir das?"
"Na hier", rief der Fremde und machte eine merkwürdige Handbewegung. Aus dem Boden der ovalen Plattform schossen an den schmalen Enden zwei seltsame boxenartige Gebilde.
"Stell dich hinter diese", sagte der Fremde und zeigte auf eine der beiden Boxen. Link tat wie ihm geheißen und lief zu der einen. Hinter dieser weißen Box verbarg sich ein kleines technisches Wunderwerk.
"Das Spielfeld müsstest du ja kennen. Und du weißt auch, wie wir auslosen, wer anfängt." Der Fremde ging in die Mitte der Plattform, Link ebenfalls und Shiek wünschte ihm Glück.
Beide spielten eine Runde Schere-Stein-Papier und Link gewann.
"Dann kann es ja losgehen!", sagte der Fremde und ging zurück zu dem ‚Pult'. Link tat es ihm gleich.

Das Duell begann. Beide zogen fünf Karten.
"Triff deinen ersten Zug gut", sagte der Hexer, "sonst mache ich dich gleich bei meinem ersten Platt."
"Wovon träumst du denn nachts?"
"Das würdest du nie im Leben wissen wollen."
"Ist mir auch egal. Ich setzte eine Monsterkarte und eine weitere Karte verdeckt aufs Feld und beende meinen Zug."
Die Karten erschienen als Projektion in der Mitte der Plattform. Link selbst war überrascht. Doch er musste sich auf das Duell konzentrieren, denn jetzt war sein Gegner an der Reihe.

"War das schon alles? Na gut, wie du meinst. Ich spiele die Hexe vom schwarzen Wald im Angriffsmodus. Los, meine Hexe, greif sein verdecktes Monster an."
"Ha!", rief Link.
"Was zum…"
"Tja, mein Monster hat mehr Verteidigungspunkte, als deines Angriffspunkte hat. Du verlierst somit 350 deiner Lebenspunkte."
"Ah, mist! Ok, ich lege noch eine Karte verdeckt und beende meinen Zug."
"Gut", rief Link und zog eine Karte, "ich wechsle Gamma, den Magnetkrieger in Angriffsposition! Dann rufe ich den Kopflosen Ritter! Außerdem… decke ich meine verdeckte Karte auf: Ehrung der Verdammten!"
"WAS?"
"Ich opfere eine Karte aus meinem Blatt und…"
"Moment! Ich aktiviere das hier: Magische Störung! Verabschiede dich von deiner Zauberkarte!"
"Egal, mein Kopfloser Ritter wird deine Hexe vernichten! Und nun, Gamma, direkter Angriff auf seine Lebenspunkte!"
"Verdammt, seist du!"
"Hör auf zu reden und mach weiter, denn mein Zug ist beendet."
"Du wirst heute noch dein blaues Wunder erleben."
"Sieh doch mal hin! Du hast nur noch 5450 Lebenspunkte, während ich noch volle 8000 habe!"
"Aber nicht mehr lange! Ich aktiviere Ehrung der Verdammten. Tja, verabschiede dich von deinem Magnetkrieger!"
"Mist!"
"Tja, und als Krönung rufe ich den Goblin Angriffstrupp! Damit ist mein Zug beendet."
"Es war ein Fehler, mich nicht anzugreifen. Ich aktiviere Überläufer!"
"Was? K-Kann doch nicht sein!"
"Oh doch, und du weißt was jetzt kommt. Los Goblin Angriffstrupp und mein Kopfloser Ritter, greift seine Lebenspunkte direkt an!"
"…"
"Ich setzte noch eine Monsterkarte und eine andere Karte verdeckt und beende damit meinen Zug. Tja, und dein Goblin Angriffstrupp kommt im Verteitigungsmodus zurück zu dir."
"He, he!"
"Was lachst du so blöd?"
"Tja, dein Ende naht. Die Karte, die ich gerade gezogen habe, wird deinen Untergang besiegeln!"
"Moment, zunächst aktiviere ich Ruf der Gejagten und hole mir meinen Magnetkrieger vom Friedhof zurück."
"Der wird dir auch nicht mehr lange helfen können! Ich opfere mein Monster um meine amphibische Bestie zu rufen!"
"Grrr…"
"Und nun, meine Bestie, greife seinen kopflosen Reiter an! Verabschiede dich von 950 Lebenspunkten. So, ich beende meinen Zug."
"Hm. Ich setzte eine weitere Monsterkarte verdeckt und beende meinen Zug."
"Tja, du hast schon so gut wie verloren. Los, meine Bestie, greife seinen Magnetkrieger an. So du bist dran."
"Ich kann in diesem Zug nicht mehr tun, als eine Karte zu ziehen."
"Tja, dann bin ich wohl wieder dran. Ich setze drei Karten verdeckt. Und nun, Angriff auf seine verdeckte Monsterkarte!"
"He, he!"
"Was grinst du so blöd."
"Schau doch mal genau hin. Sieh doch mal, welches Monster du da angegriffen hast!"
"W-Was? Der Verwandlungskrug? Nein!"
"Oh, doch, das heißt, dass jeder ein verdecktes Monster bekommt. Ich für meine verdeckte Karte und du für deine amphibische Bestie!"
"Du hast nur Glück gehabt, weiter nichts!"
"Das wollen wir doch mal sehen, denn jetzt bin ich dran! Ich decke meine Monsterkarte auf und rufe Kycoo, den Geisterzerstörer!"
"Oh, nein, nicht den!"
"Los, greife sein verdecktes Monster an."
"Tja, jetzt hast du mal wieder Pech. Sieh mal hier: Der Verwandlungskrug!"
"Gnnn…"
"Naja, sieh es mal so, du bekommst immerhin eine Monsterkarte. Ich denke mal, dass ich dran bin. Ich aktiviere Ruf der Gejagten und hole mir meinen Goblin Angriffstrupp zurück. So, das war's."
"Der greift mich schon wieder nicht an", dachte Link. "Na gut, ich setzte erneut eine Karte verdeckt und beende damit meinen Zug."
"Mach das. Ich brauche nur eine Karte zu ziehen und beende meinen Zug."
"Tja, ich decke meine Karte auf: den Pinguinsoldaten! Dank seiner besonderen Fähigkeit kannst du dich von deinem Goblin Angriffstrupp verabschieden!
"Oh, nein!"
"Dann rufe ich noch den Axträuber! So, mein Pinguinsoldat, direkter Angriff auf seine Lebenspunkte! Und nun, mein Axträuber, lösche seine restlichen 950 Lebenspunkte aus!"
"He, hast du dir wohl so gedacht, was?"
"Hm?"
"Ich aktiviere meinen magischen Zylinder! Tja, nun verlierst du einiges an Punkten."
"Macht nichts. Immerhin habe ich noch weitaus mehr als du. Ich lege noch eine Karte verdeckt und beende damit meinen Zug."
"Gut, ich rufe…"
"Moment, zuerst decke ich meine Fallenkarte auf: Metallwandler! Der wird meinen Axträuber kräftig stärken."
"Ich rufe trotzdem meinen Axträuber!"
"Und ich aktiviere das hier: Kettenzerstörung. Tja, das wird dann wohl dein einziger Axträuber in deinem Deck bleiben!"
"Werden wir ja sehen! Axträuber, vernichte seinen Pinguinsoldaten! So, damit beende ich meinen Zug."
"Dann bin ich wohl wieder dran. Ich rufe meine Zwillingselfen! Dann spiele ich den anmutigen Würfel!"
"Nein!"
"Doch! Los meine Zwillingselfen, vernichtet seinen Axträuber!"
"Nein, das - das kann nicht sein!"
"Oh doch! Und nun, mein Axträuber, lösche seine restlichen Lebenspunkte aus!"
"NEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEIN!"
Und PUFF! Der Hexer löste sich in ein Wölkchen auf!


Link hat gewonnen...

Zwei Tage später war es dann endlich soweit: Das Weihnachtsfest auf Schloss Hyrule. Und Plätzchen gab es massenhaft. Auch Link war eingeladen, war aber etwas nervös. Zelda hatte ihm nämlich einen Smoking in die Hand gedrückt, wobei er sich versucht hatte zu weigern, aber irgendwie hatte sie ihn doch dazu bringen können, den Smoking anzuziehen. Ja, nun stand er da im Ballsaal rum und wusste nicht weiter. Doch da wurde er von Zeldas Blick getroffen. Sie sah ihn an und schien auf eine angenehme Art überrascht zu sein. Dann ging sie zu ihm hinüber. Als sie vor ihm stand brachte er kein Wort hervor. "Weißt du eigentlich, wie gut du in diesem Anzug aussiehst?", fragte sie und Link stand da wie vom Donner gerührt. Zelda sah nach oben und als sie nicht aufhörte, nach oben zu starren, folgte Link ihrem Blick. "Oh", sagte Link.
"Ein Mistelzweig", grinste Zelda, "du weißt was das heißt!" Link lächelte verlegen und sah Zelda in die Augen. "Meinst du wirklich, dass das eine gute Idee ist, ich meine wenn…" Zelda hatte einen Zeigefinger auf seinen Mund gelegt. "Es wäre wirklich schade, wenn wir die Tradition brechen würden", flüsterte sie. Link schaute nicht schlecht drein und glaubte, dass sich seine Augen in kleine Herzchen verwandeln. "Wer weiß, was uns das Schicksal bestimmt hat?" Da trat Zelda direkt vor ihn, war vielleicht gerade mal zwei Finger breit von ihm entfernt. Dann küssten sie sich und irgendwo in der tanzenden Menge hörte man eine Zora-Prinzessin kreischen.
Als die beiden wieder voneinander abließen, ging Zelda ein paar Schritte rückwärts. "Komm wir tanzen!", rief sie und rannte in die Tanzmasse hinein. "Vielleicht ist es ja doch Schicksal", flüsterte Link und rannte ihr hinterher.

ENDE



The Legend of Zelda: Breath of the Wild - Creating a Champion - Hero's Edition








Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkaeufen